Neuer Liebling: Tapete im Scandi-Style

Als sein strenger Vater dem jungen Arne Jacobsen die kreative Karriere verbieten wollte, bewaffnete sich selbiger aus Protest mit einem Pinsel und strich sein kleines Reich komplett in Weiß. Nicht aber, um in der sterilen Umgebung seine Träume zu vergessen.

… sondern um die Wände damit zu bemalen. So viel zur sagenumwobenen Schmiede eines außergewöhnlichen Talents und heute Inbegriff für skandinavisches Design.

Wer in Sachen Design etwas von sich hält, sollte mindestens eines dieser Wohn-Features sein eigen nennen: die Ameise, das Ei, der Schwan, ein Stück der Serie 7, Stehleuchte „AJ“ von Louis Poulsen, Uhren von Rosendahl, die Stelton-Kanne – sie sehen einfach immer noch so wahnsinnig modern aus! Und haben eine große Gemeinsamkeit: ihren geistigen Vater. Arne Jacobsen und skandinavisches Design sind im Grunde Synonyme geworden.

Das Design der dänischen Ikone unterschied sich allerdings grundlegend von seiner Architektur. Die Linien und Konstruktionsprinzipien seiner Bauten folgten einem rigiden, modernistischen Funktionalismus, der bis in die Perfektion durchdekliniert wurde. Unvermeidliche Vorbilder: Mies van der Rohe, Le Corbusier, Bauhaus. Doch es war weniger die Funktion, die ihn leitete, als die geometrische Form und das Material.

Angeblich erholte sich Jacobsen am liebsten bei der Arbeit, quasi durch die Diversifikation seiner Kreativität. Vielleicht ein Grund, weshalb der studierte Architekt auch Möbel, Accessoires und Stoffe entwarf, die eine ganz andere Formensprache sprechen. Es ist die Sprache eines leidenschaftlichen Botanikers: fließende Formen, cosy Cocoons, lebendige Linien.

Tapete „Arne“ aus der Kollektion „Scandinavian Designers“ (Boras Tapeter) verbindet die strengen mit den organischen Welten. Dreiecke und Halbkreise formieren sich zu langen, geometrischen Ketten, die nichts Technisches an sich haben. Die Farben sind zurückhaltend, die Anmutung lieblich (Pilze? Eiscreme?) – aber natürlich nicht zu sehr. Sie hat alles, was ein Klassiker zum Überdauern braucht. Aber weniger haben wir auch nicht erwartet.

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