160 Quadratmeter Wohnfläche, davon 30 Quadratmeter Flur – eine charakteristische Referenz auf den Jugendstil. Worauf es bei der Flureinrichtung ankommt und wie das klassische Art Nouveau-Merkmal in einem Münchner Altbau geschickt in die Gegenwart übersetzt wurde, erzählt uns Marcella Breugl von Malluvia Innenarchitektur.

homestory malluvia innenarchitektur marcella breugl portrait 1 foto patrick breugl decohome.de

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Experten-Tipps zur Flureinrichtung

Die Visitenkarte einer jeden Wohnung: der Flur. Egal, ob er das Ausmaß dieser Altbauwohnung hat oder kleiner ist, seine Bedeutung bleibt gleich. Was man bei der gekonnten Gestaltung des Flurs beachten muss, fragten wir Innenarchitektin Marcella Breugl.

  • Die Elemente. „Gerade weil der Flur meist kein Aufenthaltsraum ist, sondern ein Durchgangsbereich, darf man hier mutig sein. Ich liebe ganzflächige Tapeten oder satte Wandfarben – der Flur verträgt Drama. Gleichzeitig muss er extrem funktional sein: ausreichend Stauraum, Ablageflächen für Schlüssel und Co. und unbedingt auch Sitzmöglichkeiten, etwa zum Schuhe anziehen. Gestaltung und Alltag müssen hier Hand in Hand gehen.“
flur malluvia innenarchitektur marcella breugl 2 foto patrick breugl decohome.de

Die Möblierung inszeniert den Raum als Galerie-Achse. Im Münchner Jugendstil Apartment wurden Vintage-Objekte wie der Spiegel (Versus Gallery) im Zusammenspiel mit modernen Klassikern wie Tischleuchte Snoopy (Flos) verwendet.

  • Vernachlässigte Tricks. „Die Decke wird oft komplett vergessen, dabei kann sie enorm zur Raumwirkung beitragen. Farbig abgesetzt, komplett in einer Farbe gestrichen oder sogar tapeziert – alles ist möglich. Statt einer gleichmäßigen ‚Lichtsuppe‘ setze ich lieber auf gezielte, punktierte Beleuchtung. So entstehen Tiefe, Spannung und auch im Flur eine gewisse Dramatik.“
  • Häufige Fehler. „Oft werden Schränke aus Platznot so positioniert, dass man beim Betreten frontal auf die Stirnseite läuft. Das wirkt wenig einladend und eher wie ein Hindernis als ein Empfang. Der Flur sollte den Raum öffnen und Bewohner wie Besucher einladen, nicht blockieren.“
  • Farbe und Bodengestaltung. „Ganz klar: mehr ist mehr. Der Flur darf auffallen, überraschen und Haltung zeigen – er ist schließlich der erste Eindruck der Wohnung. Kräftige Farben, Muster oder besondere Materialien funktionieren hier oft besser als in anderen Räumen, gerade weil man sich nicht stundenlang darin aufhält. Auch dunkle Farben in fensterlosen Fluren oder ein Teppich am Boden können sehr gut funktionieren. Wichtig ist dabei immer, dass die Gestaltung stimmig zum restlichen Konzept der Wohnung passt.“
  • Einbaumöbel oder Solitäre? „Einbaumöbel sind ideal für Nischen oder schwierige Grundrisse, weil sie Ruhe schaffen und den Raum optimal nutzen. Freistehende Möbel brauchen dagegen Wandfläche und Luft, um wirken zu können. Dann können sie aber echte Statements setzen.“
  • Persönliches Lieblingsstück. „Ich mag Möbel oder Objekte mit Charakter, zum Beispiel eine skulpturale Bank oder eine Konsole mit Geschichte. Ein Stück, das nicht nur funktional ist, sondern sofort erzählt, wer hier wohnt. Das funktioniert fast immer.“

Homestory: Neues Raumkonzept für den Altbau

Vom Flur, dem Herzstück einer Münchner Altbauwohnung aus der Jugendstilepoche, gehen straßen- und hofseitige Zimmer ab. Sechs Quadratmeter der ursprünglich fünf hofseitigen Zimmer gab die Innenarchitektin als Garderobe eine neue Funktion. Zudem verwandelte Marcella Breugl die fünf kleinen, verschachtelten Zimmer zugunsten eines großzügigeren, offeneren Grundrisses in das jetzige Schlafzimmer mit circa 35 Quadratmeter Ensuite-Bad. Ebenfalls direkt vom Flur geht das Gästebad ab.

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Eine Mustertapete von Arte kontrastiert mit dem ruhigen Stoff der Fronten, die wiederum mit einem Dedar-Stoff bespannt wurden. Detailverliebt: Griffe von Giara und der Schalter von Buster + Punch.
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Genau wie im Flur darf es auch im Gästebad zugehen: Dazu wählte Marcella Breugl die Gucci-Tapete Heron und hochglanzlackierte Fronten, die die Waschmaschine verstecken.
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homestory malluvia innenarchitektur marcella breugl schlafzimmer 1 foto patrick breugl decohome.de
Im minimalistischen Schlafzimmer ist der Stuck den repräsentativen Räumen nachempfunden. Gegenüber vom Bett (Lignet Roset) befindet sich die maßgefertigte Schrankwand.
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Die Bauherrin hat viel Eigenbestand, darunter Stuhl, Bild und Kronleuchter, eingebracht. Das Kissen ist mit dem Jacquardsamt Tiger Mountain von Dedar bezogen.
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homestory malluvia innenarchitektur marcella breugl kleiderschrank 2 foto patrick breugl decohome.de
Den Schreiner-Einbau ziert eine Hovia-Tapete. Der goldene Durchgang führt ins Bad.
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homestory malluvia innenarchitektur marcella breugl schrank griffe foto patrick breugl decohome.de
Die alten Türgriffe sind ebenfalls maßgefertigt.
homestory malluvia innenarchitektur marcella breugl schrank griffe foto patrick breugl decohome.de
homestory malluvia innenarchitektur marcella breugl bad 3 foto patrick breugl decohome.de
Weiß und Grün prägen das Farbkonzept des Badezimmers. Der große Spiegel öffnet den Raum optisch. Das Bad ist nicht nur stilvoll, sondern auch altersgerecht konzipiert.
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Zusammen mit dem Wohn- und Esszimmer bildet die Küche eine fließende Trilogie. Die repräsentativen Räume zur Straßenseite sind ein Paradebeispiel dafür, wie sich Altbaucharakter und moderner Lebens- und Einrichtungsstil vereinen. Die Opulenz der Räume wird durch die Kronleuchter untermalt, das Mobiliar spricht die kreative Designsprache der Innenarchitektin. Die Küchen-Rückwand greift Stuckelemente der Decke auf.

homestory malluvia innenarchitektur marcella breugl esstisch 2 foto patrick breugl decohome.de
Der Durchgang vom Wohn- ins Esszimmer ist sowohl typisch Altbau als auch zeitlos.
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homestory malluvia innenarchitektur marcella breugl wohnzimmer 1 foto patrick breugl decohome.de
Die zurückhaltenden Farben im Wohnzimmer komplettiert Marcella Breugl mit einem violetten Kissen und Teppich aus ihrer Kollektion.
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Elemente des Jugendstils finden sich auch in der Küchenrückwand aus Naturstein wieder. Sitzgelegenheiten bieten die Knoll Tulip Chairs mit Dedar-Stoff Amuleto am Vintage-Tisch.
homestory malluvia innenarchitektur marcella breugl kueche 1 foto patrick breugl decohome.de
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Für gute Beleuchtung auf der Arbeitsplatte sorgt eine Wandleuchte von Stilnovo.
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