In Trastevere hat das Architekturbüro 02A eine 60 Quadratmeter-Wohnung für eine vierköpfige Familie renoviert. Und nein, wir haben keine „1“ vorne dran vergessen – auf kleinstem Raum finden hier dank guter Planung alle Platz. Wir haben uns sechs Ideen für Stauraum und Gestaltung abgeschaut.
1. Fokus auf die leeren Flächen
Es klingt erstmal paradox: „Wer eine kleine Wohnung einrichtet, sollte vor allem die leeren Flächen sorgfältig gestalten“, erklärt Architekt Thomas Grossi. Denn „ein gewisses Gefühl von Offenheit muss erhalten bleiben, damit man die Bereiche, in denen jeder Zentimeter genutzt wird, voll und ganz schätzen kann.“

2. Verschiedene Funktionen kombinieren
Um den wenigen Platz geschickt zu nutzen, haben Thomas Grossi und sein Team in der Casa Bertani versucht, verschiedene Funktionen zu kombinieren, wo immer es möglich war. So wird das zweite Schlafzimmer beispielsweise durch ein maßgefertigtes Holzelement abgegrenzt, das gleichzeitig als Wand dient. Der Flur, der zu den Schlafzimmern führt, integriert ein Waschbecken, während das Sofa-Element im Wohnzimmer auch als Stauraums dient.
3. Unkonventionell denken für mehr Stauraum
„Neben der Verwendung von maßgefertigten Einbauten kann es hilfreich sein, einige konventionelle Vorstellungen zu hinterfragen“, sagt Thomas Grossi. „Ein Bett kann beispielsweise etwas höher als die Standardhöhe sein, um darunter Platz für Kleidung zu kreieren. Ebenso kann ein Badezimmerspiegel tiefer gehängt werden, um darüber zusätzlichen Stauraum zu schaffen.“

4. Sich Zeit für die Lichtplanung nehmen
In einer kleinen Wohnung ist es umso wichtiger, die Beleuchtung so einzusetzen, dass sie die räumlichen Ziele des Projekts unterstützt. In der Casa Bertani etwa wurden im Wohnbereich Wandleuchten verwendet, die recht hoch angebracht sind und die Decke mit ihrer freiliegenden Gewölbestruktur beleuchten. Das betont die Raumhöhe und erweitert den Raum optisch in vertikaler Richtung.

Für natürliches Licht wurden Glasbausteine eingesetzt, die von der Designwelt gerade wiederentdeckt werden. Eben nicht nur als gestalterisches Element mit Retro-Touch, sondern auch wegen ihrer lichtdurchlässigen Funktion.

5. Die Anzahl der Materialien begrenzen
Lediglich zwei Materialien stehen im Mittelpunkt der Wohnung in Rom: Kunstharz als neutrale Basis, die sich durch das gesamte Apartment zieht, kombiniert mit grün lackierten Einbauten, um den Raum zu definieren und die Abfolge der verschiedenen Räume zu verbinden. Das sorgt für optische Ruhe.

6. Einen roten Faden finden
…der auch grün sein darf, so wie in Tastevere. „Wir wollten eine einzige Farbe, die sich wie ein Band durch die Wohnung zieht, Eingänge und Innenöffnungen verdeckt, Stauräume einbezieht und sich in bestimmten Bereichen öffnet, um natürliches Licht einzufangen. Grün schien uns den organischen Fluss zu betonen, den wir suchten“, erklärt Thomas Grossi das Konzept.


Fotos: Paolo Fusco
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