Historische Elemente, geradlinige Möbel und eine eigens angefertigte Raumlösung: Studiotamat machte aus einem 65-Quadratmeter-Apartment in Rom ein modernes Zahause auf Zeit zwischen ehrwürdigen Mauern.

Historische Mauern effektvoll, aber behutsam sanieren

„Unser Augenmerk lag bei diesem Projekt darauf, modernes Design in Kontinuität mit der Vergangenheit und der historischen Substanz der Immobilie zu etablieren. Mittel der Wahl waren Kontraste bei Formen und Materialien sowie Harmonien bei der Farbauswahl“, so Matteo Soddu, Mitgründer von Studiotamat. Zu Beginn der Arbeiten wurde die Wohnung entkernt und von Tapetenschichten aus den 70er-Jahren befreit. Zu Tage kamen ursprüngliche Wandstrukturen und Farbfragmente. Sie sind Grundlage des locker-lässigen Farbkonzeptes für das gesamte Apartment. Eine Palette von warmen und kalten Farben wechselt sich effektvoll, dennoch zurückhaltend ab, ohne dabei die konservierten Originaltöne zu stören.

Das Totem als Raumlösung für ein kleines Apartment

Da das rund 65 Quadratmeter große Apartment zukünftig als mietbares Pied-à-Terre für bis zu vier anspruchsvolle Reisende genutzt werden sollte, musste Studiotamat auch ganz praktische Funktionalität in die Renovierungspläne einbeziehen. So entstand die Idee des Totem, einem beachtlichen skulpturalen Körper, der inmitten des Raumes vom Boden bis zur Decke reicht. Das Totem ist Clou und Namensgeber der Wohnung: Er teilt die Fläche in Wohn-, Ess- und Schlafbereich, fungiert aber nicht nur als Raumteiler, sondern beherbergt gleichzeitig Schrank, Regale, Weinbar und Kühlschrank und bietet dank integrierter Bank weitere Sitzflächen. Lichtelemente setzen den Einbau raffiniert in Szene. So ein Möbel gibt es natürlich nicht von der Stange – wie viele andere Features auch wurde es nach den Entwürfen der Architekten maßgefertigt. Eine Hommage an exquisites Handwerk und die ursprüngliche Nachbarschaft der Casa Totem in Trastevere.

 
 
 

Mehr Variationen, mehr Charakter

Das zweite Schlafzimmer der Wohnung wurde vom Designteam bewusst abgegrenzt und in einer abgewandelten Optik gestaltet. „Wir wollen die Neugierde der Besucher wecken und dazu anregen, jedes Zimmer, jeden Bereich neu zu entdecken“, erläutert Studiotamat die Vorgehensweise. Spannend: Die Wand aus Terrakotta-Elementen der Celosia-Kollektion von Patricia Urquiola für Mutina, gedacht als Sichtschutz zwischen Bett und Dusche.

Studiotamat

Studiotamat wurde 2014 in Rom von Tommaso Amato, Matteo Soddu und Valentina Paiola gegründet. (Foto: Seven H. Zhang)

www.studiotamat.com

Text: Wiebke Löbbert / Fotos: Serena Eller Vainicher

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