Auf einem Weinberg in Franciacorta steht die perfekte Familienvilla: massiv und modernistisch, dennoch offen und naturnah. Architektin und Bewohnerin Valentina Moretti verleiht sie ab und zu für Fotoshootings. Wie das aussieht und was sie dabei lernt, erzählt sie hier.
„Ich liebe es, wenn das Haus fotografiert wird. Bei solchen Gelegenheiten erhalten die Zwischenräume – der Eingangsbereich mit dem Pool, der Spielbereich mit seinem wunderschönen Eckfenster mit Blick auf die Weinberge, der Flur und die Veranda – ganz unerwartete Funktionen: als kleines Wohnzimmer, Arbeitszimmer oder Denkraum. Sie werden auf persönliche Weise interpretiert, und ich habe die Gelegenheit, selbst neue Möglichkeiten zu entdecken: wie man sie nutzt, wie man sie betrachtet, die flüchtigen Einblicke, das Licht, die Farben“, sagt Valentina Moretti. Gemeinsam mit ihrem Mann Francesco Matricardi hat die Architektin die Villa für ihre Familie entworfen.

In der Villa von Valentina Moretti trifft Beton auf Holz und Glas (Foto: Living Inside / Valentina Sommariva)
Zuletzt stellte sie ihr Zuhause dem italienischen Möbellabel Edra als Fotostudio zur Verfügung, dessen Kollektionen ebenfalls in einer Mischung aus Kunst, Handwerk, technologischer Forschung und hochwertigen Materialien entstehen. Und so fügte sich zusammen, was zusammen passt. Das Ergebnis: absolut sehenswert!
Eine Frage von Werten
Die Grundvoraussetzung sein Zuhause für Fremde zu öffnen, scheint klar: Valentina Moretti schätzt die Werte, die Edra pflegt und ist von vielen Stücken schon lange begeistert. Besonders das Standard-Sofa hat es ihr angetan: „Ich habe mich dafür entschieden, bevor ich es persönlich gesehen hatte. Die Geschichte des Unternehmens und die Qualität, die es in jeder Hinsicht auszeichnet, haben mich fasziniert. Dieses Sofa ist ein Teil meines Lebensstils geworden, und ich würde es niemals ersetzen. Vielleicht werde ich die Farbe ändern, aber niemals das Möbel. Ich habe es wegen seiner fließenden Form, der unsichtbaren Technik und seiner Anpassungsfähigkeit ausgewählt. Es ist wie das Haus, das sich gemeinsam mit mir wandelt. Ein Objekt, das sich nicht aufdrängt und keine Angst vor Vergänglichkeit hat.“

Mittelpunkt im Wohnzimmer: das Standard-Sofa von Edra. Perfekte Ergänzung ist der rote Getsuen-Chair (Foto: Edra / Mattia Aquila)
Materialien und ihre Balance
Die Liebe zum Design, zur Architektur und zum Bau wurde Valentia Moretti quasi in die Wiege gelegt: Ihr Vater Vittorio gründete 1967 ein Industriebau-Unternehmen, Valentina ist heute Vizepräsidentin der Holding Terra Moretti, die Bau, Weinbau und Gastgewerbe unter ihrem Dach vereint. „Innovatives Erbe“ ist der überaus treffende Begriff, mit dem die Kreativdirektorin beschreibt, was ihr beruflich und privat am Herzen liegt. Ihr Mann unterstützt sie als Managing Director.

Valentina Moretti und Francesco Matricardi mit ihren Kindern (Foto: Living Inside / Valentina Sommariva)
Ihr Anwesen in der lombardischen Anbauregion Franciacorta verkörpert für Valentina Moretti die gestalterische Philosophie, die sie auch in ihren Projekten auslebt: „Jedes Material, Holz, Beton und Stahl, wurde entsprechend seiner spezifischen Fähigkeit ausgewählt, mit dem Licht und der umgebenden Landschaft zu interagieren und eine Balance zu erzeugen zwischen massiven Oberflächen und offenen Räumen.“

Das Haus lebt durch seinen Bezug nach draußen – ins Wasserbecken zwischen zwei Schlafräumen fällt von drei Seiten das Licht (Foto: Living Inside / Valentina Sommariva)
Objekte, die Geschichten erzählen
Das flache, üppig begrünte Dach kragt weit aus. Es sorgt umlaufend für schattigen, geschützten Außenraum zum Wohnen, Essen und Entspannen. Darunter fließt der Grundriss um die geschlossenen Kuben, die Bäder und Schlafräume der fünfköpfigen Familie aufnehmen. Innen und außen gehen nahtlos ineinander über. „Ich habe das Haus während eines Picknicks entworfen, ein spontaner und intuitiver Prozess. Als Architektin hatte ich von Anfang an eine sehr klare Vision.“ Zwei Monate dauerte die Planungsphase, fünf Monate die Bauzeit.
Das Edra-Shooting fand innen wie außen statt – in Anlehnung an die Theorien des italienischen Architekten Luca Molinari, der Einrichtung in Beziehung zur Architektur und Natur setzt.
Text: Katharina Matzig / Stefanie Wolf
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