Ein Bungalow im Schwarzwald lässt durch seinen kreuzförmigen Baukörper vier völlig unterschiedliche Freiflächen entstehen und fügt sich trotz enormer Größe und farbenfrohen Möbeln in die Landschaft ein. Hier erklären wir, wie das Architekturbüro Fabrinsky und die Designprofis der Ippolito Fleitz Group nahtlose Übergänge schafften.
Die Aufgabenstellung war außergewöhnlich: Ein Bauherr beauftrage das Architekturbüro Fabrinsky damit, ein einzigartiges Wohnhaus zu planen, das aber auch ganz normale Wohnbedürfnisse erfüllen sollte. Besonders wichtig waren dem Bauherrn genügend Platz für seine Autosammlung sowie ein sportives Schwimmbecken. Somit war klar: Klein würde das Gebäude auf keinen Fall werden. Letztendlich bringt es der Nord-Süd-Gebäudeteil, in den die Garagen integriert sind, auf eine stattliche Gesamtlänge von 46 Metern.

Vier Außenbereiche sorgen für Struktur
Wie schafft man es, dass sich ein Gebäude dieses Ausmaßes harmonisch in die Schwarzwälder Landschaft integriert? Mit geschickter Planung von außen und innen. Statt eines großen Kubus oder einer klassischen L-Form entschied man sich für einen Bungalow in kreuzförmiger Bauweise. Diese gliedert den Außenbereich automatisch in vier differenzierte Zonen: Zufahrts-/Eingangsbereich, Außenbereich für den Gast, Rückzugsgarten mit Feuerstelle und Hauptgarten mit Terrasse und Pool.

Ein Dach, das grünt und blüht
Das Grundstück hat ein Nord-Süd-Gefälle. Das bedeutet, die zum Grundstück führende Anliegerstraße liegt oberhalb des Gebäudes und führt bergab zur Grundstückseinfahrt. Dadurch ist die „fünfte Ansicht“, die Dachaufsicht, voll einsehbar. Für eine optimale optische Integration in die Natur wurde die Dachfläche mit flach darüber aufgeständerter PV-Anlage daher ganzflächig begrünt, im Frühjahr blüht hier eine rote Mohnwiese.
Der Bauherr ist passionierter Schwimmer, weswegen der Pool für ihn eine zentrale Rolle spielte. Da er also zum Sport genutzt werden sollte, wurde das Sichtbeton-Becken entsprechend lang geplant, dafür allerdings schmal. Dadurch fügt er sich gut in die Außenanlagen ein. Er beginnt unter der überdachten Terrasse, schneidet also in die Terrasse ein. Das Becken ist in der Höhe so angeordnet, dass man direkt am Wasser sitzen kann.

Statt die Pooltechnik in einem gesonderten Haus oder Raum unterzubringen, findet sie sich bei diesem Projekt am hinteren Ende des Beckens – verdeckt und versteckt von einer Art Naturteich obendrüber.
Heimische Pflanzen umgeben den Bungalow
Rund um den Bungalow war es Bauherrn und Architekten wichtig, die heimische Flora zu integrieren. Der Garten wurde naturnah mit Stauden und Sträuchern gestaltet und die Streuobstwiese, die sich unterhalb des Hauses befindet, mit vielen neuen Obstbäumen fortgesetzt. Wiesenblumen und lange Gräser setzen einen Kontrast zu den streng geometrischen Formen des Bungalows, riesige Fensterfronten holen die Natur direkt ins Innere.

Nahtloser Wechsel zwischen innen und außen
Die Verbindung des Innenraums mit dem grünen Außenbereich war für den Bauherrn einer der wichtigsten Faktoren bei der Planung seines Hauses. Er ist in der Region groß geworden und sehnte sich nach einem großzügigen Ausblick in die Natur.
„Der nahtlose Wechsel zwischen innen und außen gelingt hier zum einen durch den Feinsteinzeugboden, der sich fortsetzt, sowie die Decken, die in gleicher Materialität und Farbe auch im Außenraum weiterlaufen. Auch die großflächigen Fenster bilden nur eine unauffällige Trennung. Die Deckenmalerei unterstreicht dies zusätzlich, indem sie sich von innen nach außen bewegt. Die Farben und Materialien im Innenraum wurden mit Bedacht so gewählt, dass sie dem sattgrünen Garten ein Gegengewicht liefern, gleichzeitig aber den Blick nach außen nicht aufhalten“, erklärt Designerin Lisa Forster von der Ippolito Fleitz Group, die für die außergewöhnliche Innenarchitektur und Möblierung der Außenbereiche verantwortlich ist.
Fotos: Philip Kottlorz
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