Seit den 1930er-Jahren begleitet der Zebra-Jacquard die Möbel von Alvar Aalto und Artek. Jetzt erscheint der Klassiker des finnischen Interiorlabels erstmals in einer warmen Braun-Weiß-Variante. Wir werfen einen Blick auf das Design-Update und die Geschichte des Musters.

(Foto: Bernhard Forstén)
Ein Zebra unterwegs
Paris, 1935. Auf einer Reise entdeckt Aino Aalto einen Stoff, der so gar nicht nach dem aussieht, was man heute spontan mit finnischem Modernismus verbinden würde: wilde Zebrastreifen. Sie notiert sich seine Herkunft, lässt wenig später einige Meter nach Helsinki schicken – und bringt damit ein Muster zu Artek, das die Marke bis heute begleitet.
Woher das Gewebe ursprünglich stammt, war lange nicht eindeutig geklärt. Die Berliner Künstlerin und Textilforscherin Judith Raum hat seine Geschichte nun genauer untersucht und die Spuren bis ins Frankreich der späten 1920er-Jahre zurückverfolgt. Damals waren exotische Tiermotive in europäischen Interieurs en vogue, während das Art déco gleichzeitig starke Kontraste und grafische Muster feierte. Echte Zebrafelle waren teuer, schwer zu beschaffen und für größere Polsterflächen denkbar unpraktisch. Die textile Variante ließ sich dagegen flexibel einsetzen; die Jacquard-Webtechnik ermöglichte es, selbst die geschwungenen Streifen ins Gewebe zu übertragen.

(Foto: Heinrich Iffland, © Artek Collection / Alvar Aalto Museum)
Das früheste bislang bekannte Beispiel stammt von 1929. Für den Pariser Salon d’Automne ließ der französische Designer Michel Dufet zwei Aluminiumsessel mit einem gewebten Zebramuster beziehen. Wer den Stoff entwarf und produzierte, ist bis heute nicht abschließend geklärt. Hinweise führen jedoch in die Region um Lyon, damals ein wichtiges Zentrum der Textilproduktion.

(Foto: © Copyright exploitation rights with Artek)
Animal Prints sind zurück – und Arteks Zebra mittendrin
Passend zum aktuellen Comeback in Mode und Interior bekommt der Klassiker nach rund 90 Jahren erstmals eine zweite Farbvariante: Braun und Weiß ergänzen das bekannte Schwarz-Weiß und lassen die markanten Streifen etwas weicher wirken.

(Foto: Bernhard Forstén)
An der grundsätzlichen Machart hat sich bis heute wenig geändert. Seit 1996 produziert der deutsche Textilhersteller Krall+Roth eine zeitgemäße Version des Stoffes. Geblieben sind die Jacquard-Konstruktion, die strukturierte Oberfläche und das charakteristische Wechselspiel heller und dunkler Streifen.

(Foto: Bernhard Forstén)
Begleitet wird das neue Zebra in Braun-Weiß von einer limitierten Capsule Collection ausgewählter Möbel in Nussbaumbeize sowie zwei Aalto-Leuchten in Ziegelrot.

(Foto: Bernhard Forstén)







