Nach vielen Jahren als Feriengast an der Atlantikküste besitzt Architektin Suzanne Tanascaux hier nun ihr eigenes Haus – und damit endlich auch den Raum, Freunde so zu empfangen, wie sie es sich immer gewünscht hat.

Schon seit ihrer Kindheit macht Suzanne Tanascaux an der französischen Atlantik-Küste Urlaub. Später mietete die Architektin zusammen mit ihrem Mann und den Kindern regelmäßig Ferienhäuser. Und weil die oft nur von außen zauberhaft, von innen bestenfalls wundersam rüberkamen, quetschte sie stets ihr eigenes Geschirr, Tischwäsche und Dekoration mit in den Kofferraum, wenn es auf Reisen ging. Dass sie vor rund drei Jahren in Hossegor ihr eigenes Haus am Atlantik aus den 1920er-Jahren kaufen konnte, kommt für die Pariserin einem kleinen Befreiungsschlag gleich. Raus aus der Enge der Hauptstadt. „Es ist ein großer Luxus, hier endlich Gäste bewirten zu können“, erzählt Suzanne.

Im Fokus: die gemeinsamen Räume
Platz genug findet sich in dem Haus in regionaltypisch baskisch-landaisischem Stil mit Garten und 140 Quadratmetern Wohnfläche allemal. Gerade in einem Ferienhaus, sagt Suzanne, müsse sich alles um die gemeinsamen Räume drehen. Also hat sie Wände entfernt, Blickachsen geöffnet und im Erdgeschoss den kleinteiligen Grundriss aufgelöst, um einen zusammenhängenden Bereich aus Küche, Essen und Wohnen zu schaffen.



Immer mit kleinen Überraschungen: So ist die Elternsuite nur über eine Art schützenden Vorraum zu erschließen, der zugleich als Spiel- und Fernsehzimmer dient. Hier findet sich auch der runde Tisch mit dreibeinigem, geschnitztem Mahagonifuß und Carrara-Marmor platte, der seit dem Bau des Hauses darin steht und „ganz selbst- verständlich seinen Platz gefunden hat“.

Renovierung in Rekordzeit
Dass die Renovierung in nur sechs Monaten abgeschlossen war, lässt fast vermuten, die Hausherrin habe am Strand eine Galeere versteckt. „Ich weiß, ein Rekord!“, lacht Madame. „Wir hatten einfach viele gleichzeitig arbeitende Handwerker und einen äußerst talentierten rumänischen Bauunternehmer, mit dem ich schon seit vielen Jahren arbeite.“ Nur einmal wurde es wirklich kritisch: als entschieden werden musste, ob die zentrale tragende Wand tatsächlich durch Stahlträger ersetzt werden kann. Es ging alles gut. Heute sind die beiden vier Meter langen Stützen mit Harz und Holzstaub verkleidet – ein skulpturales Element.
„Streifen sind mehr als Dekoration“
Die gebrochenen Farbtöne erinnern an die Strandlandschaft: Beige, Off-White, sanftes Grün und Sonnengelb. Alles ist licht, weich und offen. Dazu Streifen, die nicht zufällig überall im Haus auftauchen. Für Suzanne sind sie mehr als ein dekoratives Motiv. Seit Jahren bewundert sie den französischen Künstler Daniel Buren und dessen spielerischen Umgang damit. Während in Paris klassisch Schwarz-Weiß gefragt ist, zeigt sich hier der Basken-Look in Naturfarben.


Gerne treffen sich in Suzannes Ferienhaus Familie und Freude, vor allem zum Abendessen. „Im kleinen Kreis gibt es Gerichte wie Kalbs-Axoa mit Reis und Piment d’Espelette.“ In größeren Runden, bei denen sich auch mal 40 Leute auf dem Anwesen tummeln, „parkt der Foodtruck im Garten und rettet uns mit köstlichen Fisch-Tacos.“
Text: Sarah Lau / adaptiert von Stefanie Wolf
Fotos: Julien Fernandez
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