Ein Wochenende in Berlin bedeutet vor allem eins: neue Lieblingsorte entdecken. Hier teilen wir persönlich getestete Empfehlungen von Chefredakteurin Anne Gelpke.
Wo übernachten?
Zwischen Dschungel und Großstadt: Wer bei geöffnetem Fenster schläft, wird morgens gern mal von den Affen geweckt. Und das übrigens mitten in Berlin. Kein anderes Hotel symbolisiert den Puls der Stadt so sehr wie das 25hours Bikini Berlin Hotel. Auf der einen Seite Tiergarten und Zoo mit Blick auf das Affen-und Elefantenhaus, auf der anderen der Breitscheidplatz mit Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und Kurfüstendamm. Das Haus mit 149 Zimmern wurde 2014 eröffnet und hat sich seitdem mit dem Nenis Restaurant und der Monkey Bar auch gastronomisch zu einer festen Größe in der Westberliner Szene entwickelt.

Nach einer Dekade Hotelbetrieb war es Zeit für ein Makeover. „Wir hatten Lust auf einen grundsätzlichen Refresh“, erklärt Direktorin Francesca Schiano. Für den neuen Look zeichnet erneut das Büro von Designer Werner Aisslinger verantwortlich. Einige Zimmer erhielten ein neues Raumkonzept: Das Bett steht nun mittig am Fenster, perfekt für den Panoramablick über Berlin. Zudem bieten alle Large-Zimmer jetzt eine gemütliche Bibliotheksnische als analogen Rückzugsort.
Ebenfalls neu und redaktionell geprüft ist die stylishe Nomad Day Bar samt Co-Working-Space. Tagsüber wird hier konzentriert gearbeitet, abends wandelt sich der Raum zur gemütlichen Kaminlounge – eine entspannte Alternative zum Trubel der Monkey Bar im zehnten Stock. Noch mehr Erholung verspricht die neue Jungle-Sauna.
Goldies – Jetzt lohnt sich der Besuch im KaDeWe noch mehr!
Die Story der Goldies Bar beginnt in der Sterneküche. Dort lernten sich die beiden Gründer Vladi Gachyn und Kajo Hiesl kennen. Mit dem Wissen um kulinarisches Handwerk und Qualität entwickelten sie ihre Imbiss-Idee für das „Best Bad Food in Town“. Los ging’s 2017 mit Pommes. Das Konzept schlug ein und die beiden Kreuzberger machten weiter. Mit Smashburgern. Im Vergleich zu einem normalen Burger wird das Fleisch auf einer sehr heißen Grillplatte gesmasht, also platt gedrückt, und ist so viel dünner. Es bildet sich eine knusprige, leicht karamellisierte Kruste, während das Innere zart und saftig bleibt. Den superleckeren Goldies-Smashburger krönen selbst eingelegte Gurken, hausgemachte Saucen und der perfekte Bun.

Für Berliner wie Besucher hat das KaDeWe seit jeher Kultstatus. Um dem Genüge zu tun, hoben die Goldies-Gründer ihr Konzept auf ein neues Level. Ein Diner für Berlin, inspiriert vom berühmten White Manna in New Jersey. Kirschholz, Edelstahl, Ledersitze an einem langen Tresen und ein Menü so ehrlich und gut, dass sich die Empfehlungen in Windeseile über die Stadtgrenzen hinaus verbreitet haben. Unser Favorit: das Special mit sieben Sliders und einer Flasche Champagner.
Eine Auszeit von der Großstadt im Carte Blanche
Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Auch über den Charme Berlins gehen die Meinungen auseinander. Nicht jedoch über die kulinarische Vielfalt der Hauptstadt. Zwischen Curry 36 und Tim Raue hat sich eine Restaurantszene entwickelt, die so authentisch ist wie die Stadt selbst. Mittendrin: Das Carte Blanche.

Das französische Restaurant eröffnete im April 2025 im Fünf-Sterne-Hotel Das Stue – quasi mitten im Tiergarten. Das Ambiente ist wohnlich und entschleunigt. Genuss und Nonchalance sind die Eckpfeiler des Konzepts. Wer hierherkommt, sollte Zeit mitbringen, denn Genuss braucht Zeit. Das Menü zelebriert klassische französische Küche ohne Chichi: Foie Gras mit Brioche und Sauternes, klassisch am Tisch zubereitetes Rindertartar oder gegrilltes Entrecôte mit Sauce Béarnaise. Dazu kommt der charmant-zuvorkommende Service unter der Leitung von Adnan Cetin, der souverän durch Menü und Weinbegleitung navigiert. Im Carte Blanche wird alles auf eine Karte gesetzt: Atmosphäre, gepaart mit einem neuen Standard für französische Küche in Berlin.
Buch mit Berlin Tipps: Guide „The Feeling of Berlin“
The Feeling of Berlin ist weit mehr als ein klassischer Reiseführer: Das Buch vereint Coffeetable-Ästhetik, persönliche Geschichten und echte Insider-Tipps zu einem sehr besonderen Bild der Hauptstadt. In 33 Interviews erzählen Frauen aus Kunst, Gastronomie, Nachtleben und Kultur von ihrem Berlin und zeigen die Stadt aus ihren ganz persönlichen Perspektiven. Ergänzt wird der Guide durch über 250 Empfehlungen für Cafés, Restaurants, Bars und versteckte Lieblingsorte, die Lust machen, Berlin neu zu entdecken.
Die Journalistin und Autorin Susanne Leimstoll nennt beispielsweise einer ihrer „Go-to“ Patisserien: Das Jubel. „Ihre Törtchen sind absolut hinreißend – wie kleine essbare Kunstwerke.“, berichtet Leimstoll. Eine weiterer Geheimtipp ist das Hofcafé Mutter Fourage, welches sich versteckt, hinter einem kleinen Blumenladen verbirgt und einem das Gefühl gibt, für ein paar Stunden dem Gewimmel der Berliner Hauptstadt zu entfliehen und die Atmosphäre der italienischen Countryside zu genießen.

Die Autorinnen Daria Suvorov-Konstandin und Cynthia Mensah-Neglokype

erhältlich bei Amazon und The Gentle Temper GmbH & Co.
Mehr Lust auf Stuttgart als Berlin? →Hier geben wir Tipps für einen Trip ins Schwabenländle.







