Die Titelstory von DECO HOME 1/26 ist ein klassischer Freytag, könnte man sagen: farbenfroh und formal mutig, dabei sehr textil und voll von out of the box Designideen. Hier zeigen wir alle Bilder.

„In unserem Business geht es eigentlich darum, eine Regel anzunehmen und zu überprüfen, ob sie in jedem Teil passt“, fasst Fabian Freytag seine Vorgehensweise beim Gestalten zusammen. „Hero Mood“, Zieldefinition – jeweils illustriert mit einer Collage, einer Handzeichnung oder einfach einem Urlaubsfoto – und das Motto sind die ersten Seiten einer Projektmappe, die im Studio für jeden Kunden angelegt und an der entlang mit einem Materialboard streng gearbeitet wird. Begonnen wird mit der Ausarbeitung der Basis, der Wände und, ganz entscheidend für den Designer, mit den Stoffen. Dann erst werden Möbel ergänzt.
Für das Berliner Pied-à-terre eines Unternehmers in Charlottenburg galt es, eine ruhige, abgestimmte Hülle zu kreieren und diese mit vor die Wand Gebautem oder Gestelltem zu brechen. „Krasse Farbe“ überschreibt Fabian Freytag den Bruch, der hier Raum für Raum stringent zur Anwendung kommt, denn: Farbe musste sein!


Der Interiordesigner begreift die Wohnung als in sich geschlossenes Set und schwört auf Filter, hier in Form von Inbetweens an den Fenstern und Stoffen als Wand- und Deckenverkleidungen im Entrée und Schlafzimmer, die das Draußen außen vor lassen. Die Inbetweens lassen zwar Tageslicht und Sonnenstrahlen durch ihre Gitterstruktur einfallen, schirmen aber gleichzeitig ab, ebenso wie die Wand und Deckenverkleidungen die Geräusche filtern, aber gleichzeitig einladend und opulent wirken.


Auf dieser Wohnbühne inszeniert Freytag einen Möbel-Mix aus verschiedenen Epochen und setzt außerdem auf maßgefertigte Einbaumöbel, für die er generell eine starke Vorliebe hat. Sie sind für ihn Mini-Architekturen, die Gegebenheiten kompensieren: Etwas, das kein Möbel von der Stange leisten kann.

„In diesem Projekt haben wir vieles ideal realisieren können, wie das Thema Vintage stark zu spielen, auch in der Verzahnung mit neuen Möbeln“, resümiert Fabian Freytag. „Ich würde es deswegen auch ein typisches ,Fabian Freytag-Projekt‘ nennen, weil ich die Verbindung mit Vintage-Stücken einfach sehr cool finde. Wie etwa die Art déco-Leuchte am eigens angefertigten Möbel im Flur.“ Wie bei der gesamten Kreation seines Interiorsdesigns kommt es auch hier darauf an, den Kunden genau lesen zu können und Gefühle wie Wünsche in eine persönliche Atmosphäre zu übersetzen.


Fotos: Ragnar Schmuck
Sie mögen Fabian Freytags unkonventionelle Gestaltung genauso gern wie wir? Dann werden auch sein persönliches →Penthouse in Berlin-Mitte und seine →Designtipps zur Wohnzimmer-Einrichtung Sie interessieren.







