Plancha hier, Plancha da: Nach dem Airfryer zählt die heiße Metallplatte nicht nur im Outdoor-Bereich zu den meist gehypten Kochutensilien. Ob sie der klassischen Bratpfanne wirklich Konkurrenz macht und warum aller guten Dinge manchmal drei sind, verrät DECO-Redakteurin Katharina Volkwein hier.

Ich bin der Meinung das (fast) jeder eine zweite Chance verdient hat. Das gilt nicht nur für Menschen, sondern insbesondere für Testprodukte. Neue Materialien, neue Routinen, neue Eigenheiten – nicht jedes Gadget beherrscht man gleich auf Anhieb. Manche von ihnen zeigen ihr wahres Können sogar erst dann, wenn man sich auf gewisse Eigenheiten einlässt. So geschehen bei der Plancha-Pfanne von Stur, die zunächst für Frust am Herd sorgte und für uns ganz klar in der Humbug-Liga spielte, bevor sie nach einem zweiten Anlauf – Haushaltswechsel inklusive – doch noch Punkte sammelte. Aber jetzt mal von Anfang an …

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Sieht unschuldig aus, erfordert aber Fingerspitzengefühl. (Foto: Stur)

Plancha was?

Der Begriff Plancha stammt aus dem Spanischen und bedeutet übersetzt Platte. Ihren Ursprung hat sie wohl in Spanien und Südfrankreich, wo sie seit Jahrzehnten fester Bestandteil der Gastronomie ist. Vermutlich einer der Gründe, weshalb gegrillte Garnelen und Co. dort einfach besser schmecken? Der Clou: die glatte, meist eingebaute Platte erreicht schnell eine gleichmäßige, intensive Hitze. Dadurch sollen Zutaten ordentlich Röstaromen bekommen, innen saftig bleiben und ihren Eigengeschmack behalten. Denn im Gegensatz zur Zubereitung auf dem Grill geht kein Aromatropfen in der Glut verloren.

Sterneköche sind daher schon lange auf ihren Geschmack gekommen und auch in der Hobbyküche geht es immer heißer her: Es gibt moderne Gas- und Holzkohlegrills mit integrierter Plancha, eigenständige Plancha-Grills, Plancha-Elemente für den Küchen-Einbauherd und mittlerweile eben auch Plancha-Pfannen. Ein Pressemailing zu Letzterer rief unsere Chefredakteurin auf den Plan, die gut und gerne Neues in der Küche ausprobiert. Freudig wurde die Plancha-Pfanne von Stur bestellt, freitags noch im Büro ausgepackt und präsentiert.

Trial and Error

Statt (wie üblich) einfach drauf los zu kochen, las sich Anne Gelpke zuerst einmal die Bedienungsanleitung durch. Laut Stur ist die Plancha-Pfanne für Pfannkuchen, Pizza, Gemüse, Fleisch und vieles mehr geeignet, bereits eingebrannt und damit sofort einsatzbereit. Also ging es am Samstagmorgen direkt an den Herd, um das neue Stück mit einem Rührei feierlich einzuweihen. Eigentlich ein dankbares Gericht. Doch trotz ausreichend Fett, Geduld und laut eigenen Aussagen geradezu expertisen Fähigkeiten entwickelte sich der Test anders als erhofft. Das Ei klebte an. Das Brat-Erlebnis: Frust statt Frühstücksfreude. So leicht lässt sich meine Kollegin jedoch nicht verbraten. Der nächste Versuch: Gemüse. Doch auch hier blieb der Plancha-Effekt aus.

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Spoiler: So sah unser Gemüse beim ersten Versuch nicht aus. (Foto: Stur)

Die Gretchenfrage: Einbrennen oder nicht einbrennen?

Und so landete die Pfanne letztendlich bei mir. Genauer gesagt, bei meinem Mann, der sich dank einer früheren Ausbildung in der Sternegastronomie als Allzweckwaffe für kulinarische Fragen aller Art bewährt hat. Sein Fazit nach meiner Erklärung zur Sachlage und einem kurzen Blick: Die muss erst richtig eingebrannt werden, Herstellerhinweis hin oder her.

Da bei uns zu Hause Kochen (und damit auch Pfannen einbrennen) sinnigerweise nicht in meinen Aufgabenbereich fällt, folgte daraufhin das Einbrenn-Briefing. Für alle, denen der Vorgang auch neu ist: Man macht sich die Arbeit, damit sich bei eisernen- oder gusseisernen Pfannen eine dunkle, natürliche Schutz- und Antihaftschicht bildet. Diese schützt vor Rost und reduziert das Ankleben von Speisen deutlich. Dafür einfach Raps- oder Sonnenblumenöl gleichmäßig über die Oberfläche verteilen (ca. 2 mm hoch) und stark erhitzen, bis es (leicht!) anfängt zu rauchen. Danach den Herd abschalten, auskühlen lassen und den Vorgang zwei- bis dreimal wiederholen.

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Okay, auf dieses Gericht wären wir erstmal nicht gekommen, aber erscheint zwingend. (Foto: Stur)

Aufgrund des Herstellerhinweises, beließen wir es bei nur einem Vorgang und führten den dritten Brat-Testlauf mit einem Flanksteak durch, das bereits auf dem Speiseplan stand. Und siehe da: Es gelang, wie immer, auf den Punkt, zeichnete sich diesmal aber durch ein kräftigeres Röstaroma und schöneres Bratbild aus. Das liegt daran (wer hat sich’s gemerkt?), dass die Plancha-Pfanne rundherum richtig heiß wird. Dadurch macht sie den Altbekannten, einmal eingebrannt, tatsächlich Konkurrenz. DECO-Tipp: Immer einen Topflappen oder Griffschutz zur Hand haben, denn auch die seitlichen Griffe heizen sich auf.

Würden wir die Plancha Pfanne von Stur weiterempfehlen?

Kommt darauf an. Wer nur Teflon Pfannen besitzt, Grillaromen schätzt und genug Stauraum hat, kann das Geschmackserlebnis mit einer Plancha-Pfanne definitiv optimieren. On top überzeugt gerade das Modell von Stur durch 50 Jahre Garantie und die Option sie 50 Tage zu Hause zu testen – genug Zeit also, dem Rührei eine zweite Chance zu geben. Gehören Eisenpfannen und ein geschützt platzierter Grill bereits zum Repertoire, ist die zusätzliche Anschaffung unserer Meinung nach nicht zwangsläufig nötig. Aber das gilt ja für die meisten Küchen-Gadgets, oder?

 

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