26 neue Farben, überarbeitete Farbfächer und jede Menge Kombinationsmöglichkeiten: Der britische Farbhersteller Little Greene ordnet seine Palette neu und will damit vor allem eine Frage leichter machen – was passt eigentlich wozu? Wir haben uns das neue System angesehen und drei Kombinationen herausgepickt, die zeigen, dass die beste Lösung nicht immer die naheliegendste ist.

Wandfarben kombieren leicht gemacht
Eine Wandfarbe ist (meist) schnell gefunden. Schwieriger wird es, sobald eine zweite ins Spiel kommt. Blau zu Orange? Kann großartig aussehen – wenn die Nuancen stimmen. Mit seinen neu sortierten Farbkarten Colours of England und Colour Scales macht Little Greene passende Kombinationen jetzt leichter auffindbar und ergänzt die Palette on top mit 26 neuen Tönen.
Fünf davon ergänzen die Colours of England-Farbkarte, die nun insgesamt 128 Farbtöne umfasst: das warme Haye White, den rosigen Putzton Parlour, Perpetual Blue, das kräftige Rosa Floss und das gedämpfte Orange Ashes of Marigold. Noch stärker aufs Kombinieren ausgerichtet ist die überarbeitete Colour Scales-Karte. Hier sind die Farben in 18 Familien nach ihren Untertönen sortiert. Nach oben und unten geht es innerhalb einer Farbfamilie heller beziehungsweise dunkler, der Blick zur Seite führt zu ähnlich gewichteten Tönen aus einer anderen Farbfamilie. So lassen sich sowohl ruhige Ton-in-Ton-Konzepte als auch deutlichere Kontraste zusammenstellen.

Neu sortiert wird aber nicht nur auf dem Papier. Auch farblich zeichnet sich ein Wechsel ab: Statt sehr warmer Karamell-, Orange- und Schokoladentöne setzt Little Greene auf weichere, weniger gesättigte Nuancen. Grün und Blau werden wärmer und gelblicher, gleichzeitig gewinnen klare Pastelltöne an Bedeutung. Drei Kombinationen haben uns dabei besonders überrascht.
1. Ashes of Marigold & Perpetual Blue

Orange und Blau bilden einen starken Kontrast und können schnell plakativ wirken. Damit der Raum keine Assoziationen an den Tiger auf der Kellogs Frosties Packung hervorruft, helfen gebrochene Nuancen. Little Greene liefert dafür das passende Match: Ashes of Marigold eine weichere, geschwärzte Variante des kräftigen 70er-Jahre-Tons Marigold zusammen mit Perpetual Blue, das einen leichten Grünanteil mitbringt. Tipp: Starke Kontraste wirken ruhiger, wenn eine Farbe die Fläche bestimmt und die andere gezielt Akzente setzt.
2. Celestial Blue & Citrine

Der Farbton Celestial Blue ist ein Chamäleon: Je nach Licht kann der gedämpfte Ton blau, grün oder grau erscheinen. Für die Colour Scales-Farbkarte wurde er um hellere und dunklere Nuancen ergänzt. Hier trifft die Deep-Variante auf das gelbgrüne Citrine. Wer mit einer ungewöhnlichen Kombination liebäugelt, muss übrigens nicht gleich den halben Raum dafür reservieren. Fensterlaibungen, Türen, Sockel oder Einbauten eignen sich bestens für den zweiten Ton.
3. Hillside, Tuscan Red & Dock Blue

Zuletzt noch ein Trio. Hillside, eine wärmere Variante von Little Greenes Besteller Sage Green, übernimmt den größten Teil der Fläche. Das deutlich dunklere Dock Blue setzt sich davon ab, Tuscan Red kommt nur punktuell an Fenster und Möbeln zum Einsatz. Dass drei so unterschiedliche Farben zusammen nicht unruhig wirken, liegt vor allem an ihrer Gewichtung: Grün dominiert, Blau gliedert, Rot bleibt Akzent. Wer drei kräftige Töne kombinieren möchte, sollte ihnen nicht gleich viel Raum geben.
Und was kommt jetzt an die Wand?
Die neuen Farbfächer machen im Grunde sichtbar, was beim Kombinieren ohnehin hilft: Nicht nur auf einzelne Lieblingsfarben schauen, sondern auf ihre Beziehung zueinander. Mal liegt die Lösung in ähnlichen Untertönen, mal im bewussten Kontrast, mal schlicht in der richtigen Dosierung. Praktisch sind dabei die sogenannten „Flying Chips“ der überarbeiteten Little Greene-Karten. Die ausklappbaren Farbfelder lassen sich direkt neben einen anderen Ton, eine Tapete, einen Stoff oder eine vorhandene Oberfläche halten. Schließlich muss eine Farbkombination nicht nur auf dem Fächer funktionieren, sondern vor allem dort, wo sie später landet: an der Wand.








