In der Nähe von Brüssel eroberte eine Villa aus den 1950er-Jahren das Herz einer fünfköpfigen Familie. Das Ergebnis nach einer umfangreichen Sanierung: Ein Schmuckstück, das Platz für alle bietet. Und eine gewagte, aber durchaus gelungene Mischung aus verschiedenen Materialien und Stilen, aus Geschichte und Gegenwart darstellt .
Alles im Wandel
Nach vielen Jahren als Expats in Asien kehrt eine belgische Familie mit drei jungen erwachsenen Kindern in ihre Heimat zurück. Im Grüngürtel rund um Brüssel entdeckt sie eine prächtige Villa aus den 1950er-Jahren – und verliebt sich auf Anhieb. Besonders der üppige Garten hatte es ihnen angetan. Dieser inspirierte sie auch zu dem Namen, den sie der Villa gaben: „Taman Hijau“, malaiisch für „grüner Garten“.

In der Villa selbst gab es zunächst noch einiges zu tun. Das Haus war zu klein für fünf Personen und bot keinen zentralen Treffpunkt für die ganze Familie. Più Studio leitete die Renovierung und stellte dabei den unverwechselbaren Ansatz des Innenarchitekten Filip Tack unter Beweis. Das Projekt begann mit einem neu gestalteten Grundriss und einer klaren räumlichen Organisation, die sich am Sonnenverlauf und den täglichen Abläufen der Bewohner orientierte.
Für mehr Privatsphäre behielt man die ursprünglichen, zahlreichen Räume bei. Diese lassen sich voneinander abschließen, gehen aber gleichzeitig fließend ineinander über. Das ergibt spannende Blickachsen, die einen das Haus immer wieder „neu“ entdecken lassen.


Für mehr Platz sorgt der neue Küchenflügel. Der elegante Anbau aus Holz fügt sich harmonisch in die Backsteinarchitektur der 1950er Jahre und ihren Natursteinsockel ein. Gleichzeitig bietet er eine großzügige Verbindung zum Garten.


Rückzugsorte und der Blick in’s Grüne
Sitzecken im ganzen Haus schaffen intime Rückzugsorte für alle Familienmitglieder. Dabei passt sich jeder Raum unterschiedlichen Momenten an – sei es zum Kochen, Essen oder Lesen. In der Küche sorgen maßgefertigte Eichenholz-Einbauten und ein authentischer Terrakottaboden für Wärme und Charakter. Außerdem gewähren Fenster den Blick in den umliegenden Garten.


Fokus auf die Details: Ikonisches Design trifft private Lieblingsstücke
Bei der Renovierung arbeitete Filip Tack eng mit der Hausherrin zusammen. Ihre lebhafte Persönlichkeit und Vorliebe für haptisch ansprechende Möbel werden in der gewagten Materialmischung und sorgfältig zusammengestellten Sammlung von Einrichtungsgegenständen und Kunstwerken sichtbar. Beispiele? In der Eingangshalle etwa steht ein Warren Platner-Tisch unter einer Mid-Century-Pendelleuchte von Gino Sarfatti, flankiert von afrikanischen Wandtextilien und einem indonesischen Sofa.

Nicht fehlen dürfen auch der Chll-Einzelsessel und der SRVM-Beistelltisch von Più Objects, Filip Tacks eigener Objektlinie, die Anfang dieses Jahres in Mailand Premiere feierte. So entstand eine außergewöhnliche Verschmelzung von Kundenwunsch und Designervision, bei der die bestehende Sammlung von Vintage- und Dekorationsstücken durch Neuzugänge bereichert wurde. Unter anderem die Pendelleuchte Signal C1 von Edward Barber und Jay Osgerby in der Küche, ein Plana-Couchtisch von Charlotte Perriand im Wohnzimmer, die Flos-Tischlampe Snoopy auf einem niedrigen Vintage-Schrank sowie Jeanneret-Stühle im Esszimmer. Das Ergebnis: ein einzigartiges Zuhause, das Persönlichkeit und Charakter ausstrahlt.
Fotos: Cafeine / @cafeine
Wie eine historische Villa in Italien neu und modern gestaltet wurde, lesen Sie →hier.







