Nichts inspiriert die Malerin Shurleey, mit bürgerlichem Namen Shirley Villavicencio Pizango, so sehr wie Wurzeln – die eigenen und die des Amazonas. Ihre neueste Leinwand: Vasen und Teller von Serax.

Vom Amazonas auf den Esstisch
Shirley Villavicencio Pizango alias Shurleey hat einen Teil ihrer Kindheit im peruanischen Amazonasgebiet verbracht. „Dass ich zwischen Santiago de Borja und Lima aufgewachsen bin, hat meine kreative Stimme enorm geprägt“, erzählt die Malerin. Für Serax überführte sie ihre Sujets jüngst in ein neues Medium, nutzte Vasen und Teller als Leinwand. Auch die Form der Vasen stammt aus Shurleeys Feder. „Ich hatte schon mehrfach Vasen aus meiner Vorstellung heraus gemalt“, sagt die Wahlbelgierin, die heute in Gent lebt.
Inspiration zwischen Natur und Gemeinschaft
Künstlerisch beeinflusst sie besonders die Gemeinschaft im Amazonasgebiet, weil die Menschen dort eng miteinander und in Harmonie mit ihrer Umwelt leben. „Es ist eine meiner größten Inspirationsquellen – jeder hier kennt jeden und es gibt einen tiefen Respekt vor der Natur“, sagt die Malerin. „Kreativ spiegelt sich das in meiner Farbauswahl und in dem Sinn für Chaos wider, der manchmal in meinen Arbeiten auftaucht.“
Kunst gegen Klischees
Shurleey malt vor allem Lateinamerikanerinnen und Frauen of Color. Oft werden ihre Werke als Happy Paintings wahrgenommen, dabei geht es ihr um mehr: „Ich stelle meine Modelle autonom dar; nicht als exotische Figuren, sondern als stolze und unabhängige Individuen.“ So verweigert die Malerin eine Vereinfachung und Exotisierung von Frauen of Color, die in der westlichen Kunstgeschichte (man denke etwa an Paul Gauguin oder Max Pechstein) so lange üblich war.
Auch Pflanzen oder Gegenstände, die sie sammelt, zieren ihre Arbeiten. „Zu meinen Lieblingen gehören Farne, die Paradiesvogelblume, die Monstera und Anthurien. Diese sind in Belgien leicht zu bekommen, anders als die Aguaje, die Frucht der Buriti-Palme, die aussieht wie kleine Datteln.“ Eine Kollektion für Serax zu entwerfen, bezeichnet Villavicencio Pizango als „wahr gewordenen Traum“. Ein Gemälde ist immer ein Unikat – diese Kollaboration aber mache es möglich, ihre Arbeit auch einem breiteren Publikum anzubieten.
Text: Valerie Präkelt. Dieses Porträt erschien erstmals in DECO HOME Ausgabe 2/26. →Hier bestellen.







