Wie man Vintage Möbel modern inszeniert

Erin Wil­liam­son lebt, arbei­tet und bloggt ver­gnügt von Aus­tin, Texas, in die Welt. In ihrem Zuhau­se zeigt sie uns unge­wöhn­li­che Design-Tricks, ver­rät, war­um ihre Kin­der ein Kar­rie­re-Boost waren und wie man mit Vin­ta­ge-Stü­cken modern wohnt. 

Über sich selbst schreibt Erin auf ihrem Blog design-cri­sis: „Ich bin Desi­gne­rin, Foto­gra­fin, Mut­ter von zwei Söh­nen und mag Vin­ta­ge-Leuch­ten, komi­sche Kunst, hand­ge­mach­te Tep­pi­che und ja, noch immer mag ich Kup­fer.“ Ihr Zuhau­se ver­steht sie als Labor, wo sie stän­dig neue Din­ge ein­bringt, alte her­aus­wirft, verück­te Ide­en, Far­ben und Kom­bi­na­tio­nen aus­tüf­telt. Ein Ort, wo Fan­ta­sie und Krea­ti­vi­tät will­kom­men sind.

Wie lassen sich Vintage Möbel in Szene setzen?

Erin besitzt die Gabe Mid-Cen­tu­ry-Stü­cke, Anti­qui­tä­ten, gemus­ter­te Tep­pi­che, star­ke Far­ben und Art-déco-Tape­ten zusam­men­zu­brin­gen, ohne dass die Kom­po­si­ti­on zu wild oder gar alt­ba­cken daherkommt.

Gute Idee für mehr Ruhe im Raum: Rega­le in der sel­ben Far­be wie die Wand lackie­ren. Das petro­li­ge Blau stammt übri­gens vom bri­ti­schen Far­ben­her­stel­ler Far­row & Ball.

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Das gra­fi­sche Tape­ten­de­sign in Beige erdet den tie­fen Petrol­ton. Es stammt aus der Feder von Nei­sha Crosland. Einen wei­te­ren Design­coup rea­li­sier­te Erin im Vor­zim­mer: Ein groß­for­ma­ti­ges, schmal gerahm­tes Bild dient als Büh­ne für eine auf­re­gen­de Vintage-Kommoden-Kombi. modern-wohnen-interiordesign-erin-williamson-decohome.de18 2

 

Wie verändern Kinder den Style?

Kin­der zu bekom­men mach­te mir klar, wie sehr ich Bequem­lich­keit schät­ze und wie wich­tig es ist, dass Gäs­te sich bei uns ent­span­nen kön­nen. Des­we­gen sind all mei­ne Möbel oder Stof­fe auch Saft­päck­chen- und Rot­wein-taug­lich“, erklärt die Desi­gne­rin augenzwinkernd.

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Ent­ge­gen der ver­brei­te­ten Annah­me, Kin­der sei­en die Kar­rie­re-Brem­se schlecht­hin, sagt Erin: „Ich muss­te erst eine bestimm­te Rei­fe errei­chen, die mir Selbst­si­cher­heit gab, ande­ren zu sagen, was sie tun sol­len. Das Mama-sein hat einen gro­ßen Teil dazu bei­ge­tra­gen. Daher ver­bin­de ich erst mit der Eltern­schaft eine Kar­rie­re, in der ich ande­ren den Weg wei­sen kann.“

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Wie lässt sich Kunst harmonisch einbringen?

Die stu­dier­te Kunst­ken­ne­rin bevor­zugt Wer­ke, die den Betrach­ter zum schmun­zeln brin­gen und nimmt auch ihr Inte­rior­design als eine Art Skulp­tur wahr. Ein guter Tipp, wie man mit Kunst­wer­ken gestal­tet? „Kau­fe lie­ber, was du magst, nicht was zum Sofa passt. Ein wirk­lich gutes Werk wird in Wür­de altern und dich dazu inspi­rie­ren, den Raum um es her­um anzu­pas­sen. Nicht andersherum.“

Der Clou in Erins Wohn­zim­mer ist aber nicht das Bild über dem Kamin. Es sind die bei­den ver­schie­den­far­bi­gen Vin­ta­ge-Leder­so­fas, wel­che die Fra­ge auf­wer­fen: Wes­halb sieht man eine sol­che Kom­bi eigent­lich so selten?

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Wie gelingt die moderne Komposition?

Ein Raum muss sei­ne eige­ne Balan­ce fin­den, rät Erin, dann funk­tio­niert auch jeder Style oder jede Desi­gnepo­che dar­in. Sie per­sön­lich zie­he kon­zep­tio­nel­le Kon­tras­te denen von Far­be oder mate­ri­el­lem Wert vor: etwas Altes neben etwas Neu­em, etwas Har­tes neben etwas Wei­chem … „Ohne die­se Ele­men­te fühlt sich ein Raum für mich unfer­tig an.“

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Bes­te Bewei­se: das Schlaf­zim­mer mit Gold- und Spie­gel-Akzen­ten zur flau­schi­gen Fell­de­cke, per­fekt arran­giert vor der For­na­set­ti-Tape­te von Cole & Son. Selbst das win­zi­ge Gäs­te­bad über­rascht mit einer sti­lis­tisch weg­wei­sen­den Gestaltung. modern-wohnen-interiordesign-erin-williamson-decohome.de9

Im Ess­zim­mer domi­niert ein leb­haf­tes und vor allem bele­ben­des Kari­bik-Tür­kis die Wän­de. Eine coo­le retro-gra­fisch gemus­ter­te Bank mit gol­de­nem Gestell vor dem Tisch und die über­gro­ße Vase dar­auf bre­chen den Vibe der sonst eher klas­si­schen Möbel auf humo­ris­ti­sche Wei­se. Das in Design aus­ge­drück­te Mot­to: Ein biss­chen Spaß muss sein! Als Finish die­nen die Gold­rand-Tel­ler, das Besteck schim­mert Gold sowie auch der moder­ne Lüster.

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Und was sagt das nun über sie aus?

Mein Zuhau­se erzählt ganz laut, dass ich einen unge­wöhn­li­chen Geschmack habe, kei­ne Angst vor küh­nen Ide­en und mich nicht zu sehr von Trends beein­dru­cken las­se. Ich mag es nicht, wenn zu vie­le Din­ge her­um ste­hen. Aber die, die da sind, müs­sen die rich­ti­gen sein.“

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