Verwunschene Plätze, geschwungene Wege, Rosenbögen und Staudenbeete: In den Cottagecore Gärten darf die Natur natürlich sein – wild, ungezähmt und im Einklang mit den Jahreszeiten. Das sieht nicht nur traumhaft aus, sondern bietet auch zahlreiche ökologische Vorteile. Lust bekommen auf ein bisschen Gartenarbeit? Wir haben die wichtigsten Tipps zu Bepflanzung und Gestaltung herausgelesen.

Was sind Cottagecore Gärten?

Als Cottagecore Gärten bezeichnet man Gärten, die Schönheit, Nutzen und Wiederstandskraft miteinander verbinden. Hier dürfen und sollen Gemüse, Kräuter, Obstbäume und Zierblumen nebeneinander wachsen und wuchern, der Garten ist sowohl dekorativ als auch produktiv, natürlich und menschlich. Es geht um Vielschichtigkeit, Artenreichtum und einheimische Pflanzen, die sich an das lokale Klima anpassen. Sterile Rasenflächen oder streng abgezirkelte Beete sind hingegen fehl am Platz.

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Gartenbereich und unberührte Natur gehen nahtlos ineinander über. (Foto: Brigid Arnott, Cottagecore Gärten, gestalten 2026. Design: Carolyn Robinson, Eagles Bluff, Tenterfield, New South Wales, Australien)

Das Ziel lautet: „artenreiche und widerstandsfähige Landschaften zu gestalten“. Ein Motto, das in Zeiten des Klimawandels wichtiger denn je ist. Durch das Anlegen eines Cottagecore Gartens übernimmt man als Gärtner Verantwortung, man arbeitet mit der Natur und nicht gegen sie, leistet einen aktiven Beitrag zum Naturschutz und schafft einen gemeinsamen Lebensraum.

„Der Fokus dieser Gärten liegt nicht auf Perfektion, sondern auf einem Gleichgewicht zwischen Kultiviertem und Wildem, Nützlichem und Dekorativem“.

Welche Pflanzen eignen sich am besten?

„Mehr ist mehr“ ist das Credo, wenn es um die Bepflanzung geht. Denn ein Cottagecore-Garten ist Pflanzenfülle und Blütenpracht, wobei heimische Arten im Fokus stehen. In unseren Breitengraden kombiniert man am besten langblühende Stauden wie Sonnenhüte, Verbenen und Geranien mit altbewährten Straucharten, beispielsweise Rosen, Lavendel oder Rosmarin. Eine besonders lebendige Farbvielfalt erhält, wer einjährige Pflanzen dazu setzt: Ringelblumen, Kosmeen und Kornblumen machen die Palette komplett.

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Man muss kein altes Cottage besitzen, um einen Cottagecore Garten anlegen zu können. (Foto: Rainer Elstermann, Cottagecore Gärten, gestalten 2026. Rainer Elstermann, Thomas Kröger, Die kleine Acht, Uckermark, Brandenburg, Deutschland)

Gestaltungstipps

Ob man sich für eine besonders „wilde Optik“ entscheidet oder lieber natürliche und kultivierte Bereich abwechselt, den Garten in verschiedene Zonen und Bereiche gliedert, viele Wege anlegt oder Trampelpfade bevorzugt, bleibt dem persönlichen Geschmack überlassen. Der Cottagecore-Garten lebt von Abwechslung und Vielfalt. Wo immer es jedoch möglich ist, werden Materialien verwendet, die schön altern und am besten recycelt sind. Das Buch zeigt unter anderem Beispiele, bei denen aus alten Schornsteinziegeln ein Gartenkamin gefertigt oder eine Pergola aus nachhaltig gewonnenem Holz gebaut wurde.

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(Foto: John Campbell/roomoflight, Cottagecore Gärten, gestalten 2026. Landscape Architecture: Rachael White Designs, Architecture: Fleming Architects, Duck Hollow, Guiting Power, Cotswolds, U.K.)

Ganz wichtig bei der Gestaltung ist das Respektieren des Klimas bzw. das Wissen um den Klimawandel. Das bedeutet konkret: Bäume und Sträucher pflanzen, die mit den vorherrschenden Bedingungen gut zurechtkommen und beispielsweise in trockenen Regionen wenig Wasser benötigen oder in heißen Ländern Schatten spenden. Unabdingbar sind auch durchlässige Flächen wie Kies oder Pflaster mit Sickerfugen. So kann Wasser schneller versickern, was Überschwemmungen verhindert.

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Dem Klima angepasst: ein Garten in Australien. (Foto: Fiona Brockhoff/Earl Carter, Cottagecore Gärten, gestalten 2026. Design: Fiona Brockhoff Design, Karkalla Garden, Mornington Peninsula, Australien)

Besondere Details: Ein Erlebnis für alle Sinne

Duftenden Pflanzen wie Rosmarin, Lavendel oder Rosen direkt an Sitzplätzen, an Fenstern oder Wegen wecken Erinnerungen und machen gute Laune. Aber auch Geräusche beleben Gärten. Gräser rascheln und flüstern im Wind. Ein Teich, Bachlauf oder Wasserspiel plätschert nicht nur beruhigend vor sich hin, sondern zieht auch jede Menge Vögel und Insekten an. Dazu sorgen unterschiedliche Texturen für optische und haptische Abwechslung. Filzige Blätter oder fedriger Fenchel lassen sich beispielweise gut mit glänzenden Sträuchern kombinieren.

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Verschiedene „Gartenräume“ strukturieren den Bereich, Wasser plätschert leise vor sich hin. (Foto: John Campbell / roomoflight.com, Cottagecore Gärten, gestalten 2026. Plough House, Ashton Keynes, Wiltshire, Großbritannien Rachael White Designs)

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Eine üppige Bepflanzung bis zur Terrasse sorgt dafür, dass die Grenzen zwischen innen und außen verschwimmen. (Foto: Foto French+Tye & The Modern House, Cottagecore Gärten, gestalten 2026. Design: Charles Wu, Polysmiths, Walden, London, U.K.)

Kaum Platz? Kein Problem!

Wer nur einen kleinen Garten hat, muss seinen Traum vom Cottagecore-Refugium nicht aufgeben. Vertikale Schichten bedeuten mehr Optionen. Christopher Masson beispielsweise sorgt in seinem Garten in Clapham durch Töpfe auf Säulen, Tischen und Simsen für unterschiedliche Pflanzhöhen. Ebenso können an Mauern Kletterpflanzen ranken und auf Regalen Pflanzen unterkommen.

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Auf dem begrenzten Raum in London verwandelte Christopher Masson einen Hinterhof in einen grünen Rückzugsort. (Foto: Alister Thorpe / alisterthorpe.co.uk, Cottagecore Gärten, gestalten 2026. Christopher Massons Garten London, Großbritannien)

Darüber hinaus schaffen unterschiedliche Zonen Struktur. Mithilfe von Übergängen durch wechselnde Bodenbeläge, niedrige Hecken oder strategisch platzierte Büsche wirken kleine Gärten deutlich größer. Auch mit Hilfe beweglicher Behältnisse lässt sich die Gestaltung jederzeit anpassen. Ideal sind Gruppierungen in unterschiedlichen Höhen und Gefäßmaterialien, die im Laufe der Zeit eine schöne Patina entwickeln.

 

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Cottagecore Gärten – Grüne Rückzugsorte neu gedacht, erschienen im Gestalten Verlag, 50 Euro (Coverbild von Brigid Arnott Photography, Cottagecore Gärten, gestalten 2026, Design: Carolyn Robinson, Eagles Bluff, Tenterfield, New South Wales, Australien)

 

www.gestalten.com / @gestalten

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