Ob Sessel, Tische, Sofas oder Vasen – die markanten Designs von Alvar Aalto, der vor nun bereits 50 Jahren verstarb, sind zeitlos und werden von verschiedenen Herstellern immer wieder neu aufgelegt. Wir nehmen eine neue Aalto-Tapete zum Anlass, um auf den Designer und seine wichtigsten Entwürfe zu schauen.
Der große finnische Architekt und Designer verstarb am 11. Mai 1976 in Helsinki. Oft als „Vater des Modernismus“ bezeichnet, schuf er zahlreiche bauliche Meisterwerke in Europa und den USA sowie Möbel und Wohnaccessoires. Mit der Gründung der Firma Artek, mit der er das moderne Design und eine neue Wohnkultur fördern wollte, entstanden zahlreiche Entwürfe, von denen heute einige absoluten Kultstatus besitzen und die sich seit ihrer Einführung millionenfach verkauft haben.
„Ein Muster, wie geschaffen für eine Tapete“
Ein sehr typisches und markantes Design von Alvar Aalto ist das grafische Ziegelmuster. Dieses hatte er bereits in den 1940er-Jahren als Auftragsarbeit für die Textilbranche entworfen. Es findet sich unter anderem im Alvar Aalto Haus in Helsinki auf zahlreichen Stoffen – und nun auch auf der neuen Tapete 14/6 von Borastapeter. Bei der schwedischen Tapetenmarke war man sofort begeistert von den ikonischen Ziegeln und launchte damit bereits die dritte Kollektion mit einem Design von Alvar Aalto. Denn auch wenn das Muster ursprünglich für Stoffe entworfen worden war, sei es „geradezu wie geschaffen für eine Tapete“, sagt Borastapeter-Designerin Jenny Hahne Gadd. Der Name resultiert aus den 14 Feldern in der Breite und 6 in der Höhe.
Populäre Schätze
Das von Alvar und Aino Aalto, Maire Gullichsen und Nils-Gustav Hahl Mitte der 1930er-Jahre gegründete Unternehmen Artek gehört mittlerweile zu Vitra und legt immer wieder besondere Schätze aus dem Archiv auf. Der neueste Coup: In Zusammenarbeit mit Heath Ceramics präsentiert Artek eine neue Serie von Tile Tables. Diese verbinden Alvar Aaltos ikonische Holzbiegekunst mit Edith Heaths unverwechselbarer Keramik. Jede mit Fliesen verzierte Tischplatte ist in einer Farbpalette aus Rot-, Grün- oder Weißtönen gehalten. Wie bei früheren Kollektionen unterstreichen Keystone-Fliesen den handgefertigten Charakter. Und auch den Artek-Klassikern Screen 100, Cabinet 250 sowie zwei Editionen des Stool 60 wurde 2025 neues Leben eingehaucht.
Eine Vase, die Geschichte schrieb
1936 präsentierte Alvar Aalto seine Glasentwürfe für den Karhula-Iittala-Wettbewerb, die sich mit ihren organischen, unregelmäßigen Formen radikal von allem bisher Bekannten abhoben. Die Iittala-Vase, die später als Savoy-Vase berühmt wurde, entwickelte sich zu einem Sinnbild von Aaltos Gestaltungsphilosophie. Noch heute wird sie immer wieder neu aufgelegt und entsteht nach denselben Grundprinzipien wie zu Beginn: Jede einzelne wird in der Iittala-Glasfabrik in Finnland frei mundgeblasen.

Mehr als nur ein Tablett
Von 1967 bis 1974 arbeitete Nikari mit Alvar Aaltos Architkturbüro zusammen. Für die finnische Möbelmarke hat der Designer damals die Alvar-Tabletts entworfen, die heute noch immer im Original im Tagungszentrum Lakeuden Risti im Einsatz sind. Mittlerweile ist das Tablett das älteste Produkt im Sortiment von Nikari und wird immer noch gefertigt.

Bis ins kleinste Detail
Die Entstehungsgeschichte des Bettsofas Modell 63 begann 1930. Damals erhielten Alvar und seine Frau Aino die Aufgabe, Möbel für kleine Räume zu entwickeln. Das Ergebnis: Ein Modell, das mit einem Handgriff vom Sofa zum Bett wird. Im Jahr 2005 entschloss sich der Schweizer Hersteller Wb Form, das Sofa in seiner ursprünglichen Ausführung mit all seinen raffinierten Details komplett Swiss made wiederherzustellen.

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