Neu gedacht: Eine Berliner Wohnung mit überraschendem Farbkonzept

Dass Farbe nicht dort sein muss, wo man sie am ehesten erwartet, zeigt die Einrichtung von Antonius Schimmelbusch für das neue Zuhause einer Berliner Familie.

Gestatten: Antonius Schimmelbusch. Wer nun einen stattlichen Herren wie aus einem historischen Roman vermutet, wird überrascht sein. Der klangvolle Name gehört weder zu einem Mann noch einer einzelnen Person, sondern zum Planungsbüro der Interiordesignerinnen Melissa Antonius und Lena Schimmelbusch. Kennengelernt haben sich die beiden während ihrer Zeit als Redakteurinnen für das Wohnmagazin „AD Architectural Digest“. 2018 tauschten die gebürtigen Frankfurterinnen Theorie gegen Praxis und eröffneten ihr Interiordesignstudio in Berlin.

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Lena Schimmelbusch (links) und Melissa Antonius

Gemeinsames Steckenpferd ist das Gespür für Farben und Materialien, mit dem sie Räumen eine warme, einladende Atmosphäre verleihen, dabei aber nie die Funktion außer Acht lassen. Funktionalität stand auch bei ihrem Projekt für das neue Zuhause von Tobias und Evita Bajtel im Vordergrund, die gemeinsam mit ihren Söhnen Sammy und Dan eine Fünfzimmerwohnung in Berlin-Charlottenburg bezogen haben. „Damit der Familienalltag funktioniert, braucht man Stauraum. Das stellen wir immer wieder fest. Außerdem ist Evita eine passionierte Köchin und führt eine lange Liste mit Utensilien, die hübsch verstaut werden mussten.“

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Die Sockelleiste und Hängeleuchte aus Messing sowie der Design- Heizkörper zeigen, wie wirkungsvoll Details sein können

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Evita und Tobias Bajtel mit ihren beiden Söhnen Sammy und Dan

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Die Esszimmerstühle greifen die Farben der Küche auf
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Statt Bildern wurde ein kunstvoller Teppich von Stephanie Odegard im Flur positioniert

Um genug Platz zu schaffen, wurde der Grundriss optimiert und die Küche wieder ins Zentrum der Wohnung gesetzt. Während die extra-matten Einbauschränke der Küche als Stilstatement dienen, wurde der restliche Stauraum unauffällig als begehbare Kammern oder einen passend zur Wandfarbe gestrichenen Einbauschrank im Gästezimmer gestaltet.

Sowohl die Wahl der Farben als auch der Möbel und Accessoires fand in stetigem Austausch statt. „Wir waren erstaunlich oft gleicher Meinung. Das ist etwas Besonderes, denn Kompromisse sind immer fad.“ Entgegen aktueller Trends sind fast alle Wände im Hause Bajtel weiß. „Die beiden sind Minimalisten, legen aber viel Wert auf Wärme. Also haben wir weitestgehend auf Wandfarben oder Kunst im klassischen Sinn verzichtet und den Effekt durch Stoffe und Teppiche in Edelsteinfarben, hochwertige Oberflächen sowie Details erzeugt“, erzählt Melissa Antonius.

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„Evita und Tobias haben ein tolles Gespür für Farben und scheuen sich nicht vor mutigeren Kombinationen wie hier im Wohnzimmer“, berichten Melissa Antonius und Lena Schimmelbusch

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Die Schiebetür neben dem Nachttisch führt in den begehbaren Kleiderschrank

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Auch im Schlafzimmer kam Samt zum Einsatz

Trotz regen Familientreibens griffen die beiden Einrichterinnen großzügig zu Samtstoffen. „Nur wenige andere bringen so viel Wärme und Struktur. Viele Menschen scheuen sich davor, gerade mit Kindern, aber wir raten immer, sich beim Einrichten zu entspannen. Eine Familie sollte so wohnen, dass die Eltern es schön finden und die Kinder sich frei bewegen können. Dafür muss nicht alles abwaschbar sein. Ein wenig Patina hat noch nie geschadet.“

Mehr Infos: www.antoniusschimmelbusch.com / Fotos: Anne-Catherine Scoffoni. 

Diese Wohngeschichte erschien erstmals in Ausgabe DECO HOME 4/20

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