Das Universum von Piero und Barnaba Fornasetti

Kunst­voll und deko­ra­tiv zugleich ent­zie­hen sich die Ent­wür­fe Pie­ro For­na­set­tis bewusst einer kla­ren Zuord­nung. Sein Sohn Bar­na­ba führt die berühm­te Design­schmie­de heu­te mit dem sel­ben Sinn für Humor doch mit einem Schuss Far­be weiter. 

Freiheit der Fantasie als Lebensmotto

Streng bli­cken­de Son­nen, das in unend­li­chen Varia­tio­nen dekli­nier­te Gesicht der Opern­sän­ge­rin Lina Cava­lie­ri, Luft­schif­fe nach alten Skiz­zen, Blü­ten in Alt­meis­ter­ma­nier oder archi­tek­to­ni­sche Ele­men­te – dies sind die vie­len Design-Lieb­ha­bern bekann­ten Moti­ve der Wand­tel­ler, Kis­sen, Zucker­do­sen und Möbel aus der Fornasetti-Werkstatt.

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Kreativität findet viele Wege sich auszudrücken

Mit ihren antik inspi­rier­ten Moti­ven schei­nen sie die Gren­zen zwi­schen Kunst und Gebrauchs­ge­gen­stand auf­zu­he­ben, die for­ma­le Stren­ge stets mit einer Pri­se Humor zu wür­zen. „Lass dich nie in dei­ner Inspi­ra­ti­on ein­schrän­ken oder von Trends beein­flus­sen“, lehr­te Pie­ro For­na­set­ti den Sohn.

Jeder Gegenstand ein Kunstwerk

Sei­nem Vater sei es gelun­gen Gegen­stän­de des täg­li­chen Gebrauchs zu Kunst­wer­ken zu sti­li­sie­ren indem er sie mit kul­tu­rel­len Wer­ten ver­band. Dass ihr Anblick unser ästhe­ti­sches Emp­fin­den befrie­digt sieht Bar­na­ba als Geheim­nis ihrer Zeit­lo­sig­keit und ihres Erfolgs. Ori­gi­na­le sind heu­te begehr­te Samm­ler­stü­cke, Ree­di­tio­nen und neue Ent­wür­fe die It-Pie­ces von Designliebhabern.

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Duft­ker­ze mit Deckel mit Des­sin Silen­zio by Fornasetti
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Das zwei­tei­li­ge „Tru­me­au Archi­tettu­ra“ wird in den For­na­set­ti-Ate­liers handgefertigt
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Der „Tam­bu­ro Riga­li­na“ ist Teil der von Bar­na­ba For­na­set­ti gestal­te­ten Kol­lek­ti­on 2018
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Vase „Pirat“ von Bitos­si zeigt das Gesicht Lina Cava­liers mit Augenklappe
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Abla­ge­scha­le „Incon­tro“ ent­warf Pie­ro For­na­set­ti in den 50er Jahren
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Auch die gol­de­ne Kaf­fee­tas­se mit Unter­tel­ler von Ticoppr zeigt einen Aus­schnitt vom Gesicht Lina Cavalieris

Pie­ro For­na­set­ti hat­te sei­ne Kar­rie­re als Maler und Bild­hau­er begon­nen. Eigen­sin­nig und unkon­ven­tio­nell war er nach zwei Jah­ren von der Kunst­hoch­schu­le geflo­gen und hat­te fort­an als Auto­di­dakt gear­bei­tet. Sein Gestal­tungs­trieb bemäch­tig­te sich jedes Mate­ri­als – von Por­zel­lan über Schirm­stän­der bis hin zu Foulards.

Unschlagbares Doppel

1933 nahm er mit bemal­ten Sei­den­schals an der ers­ten Design­schau der Mai­län­der Tri­en­na­le teil und wur­de von Desi­gner Gio Pon­ti ent­deckt. Die 50er und 60er Jah­re waren sei­ne aktivs­ten Jah­re. Gemein­sam stat­te­ten die krea­ti­ven Quer­köp­fe das Kreuz­fahrt­schiff Andrea Doria aus. Auch gestal­te­te For­na­set­ti zahl­rei­che Titel für Pon­tis Archi­tek­tur­zeit­schrift Domus.

In einer künst­le­ri­schen Kri­se hol­te Pie­ro For­na­set­ti 1980 sei­nen Sohn nach Mai­land. Bar­na­ba hat­te an der Kunst­aka­de­mie stu­diert, dann jedoch bei Desi­gner Ken Scott und im Ver­lags­haus Mond­ado­ri gear­bei­tet bevor er 1974 in die Tos­ka­na gezo­gen war um alte Farm­häu­ser zu renovieren.

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Vie­le Räu­me sei­nes Eltern­hau­ses hat Bar­na­ba in sat­ten Far­ben gestrichen

Die Zukunft ist farbenfroh

Heu­te hütet Bar­na­ba das väter­li­che Erbe. Den Kon­text aller­dings hat Bar­na­ba, dem sein fröh­li­ches Gemüts schon an der far­ben­fro­hen Klei­dung anzu­se­hen ist, umge­stal­tet: Die Wän­de sei­nes Eltern­hau­ses im Stadt­vier­tel Cit­tà Stu­di strah­len in kräf­ti­gen Far­ben und im einst peni­bel gepfleg­ten Hin­ter­hof­gar­ten blü­hen Bäu­me und Sträu­cher um die Wette.

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Im Gar­ten der Casa For­na­set­ti grünt und blüht es heu­te üppig

Die Hand ist das äuße­re Gehirn des Men­schen,“ beruft er sich auf eine dem Phi­lo­so­phen Imma­nu­el Kant zuge­schrie­be­ne Aus­sa­ge. Und ist über­zeugt, dass Wis­sen stets durch kör­per­li­che Prak­ti­ken ent­steht, tech­ni­sche Intel­li­genz hin­ge­gen mit­tels Immagination.

www.fornasetti.com

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