Mit ihrem Onlineportal Wall of Art wollen Annika Hultgren und Nicklas Claesson einen Ort schaffen, an dem junge Kreative gefördert werden und Kunstbegeisterte Fine Art Prints zu fairen Preisen erwerben können. Über glückliche Zufälle, neue Talente und Tipps für die sagenumwobene Bilderwand.

Annika, wie entstand die Idee zu Wall of Art?

Wir sind beide im schwedischen Karlstad geboren und aufgewachsen. Kennengelernt haben wir uns aber erst vor sechs Jahren in Stockholm. Die Idee zu Wall of Art entstand in unserer ersten gemeinsamen Wohnung. Ich habe eine echte Leidenschaft für Interiordesign und meine Mission war es umgehend, eine große Bilderwand in unserer leeren Wohnung zu gestalten. Aber ich hatte Schwierigkeiten, einzigartige und zugleich erschwingliche Kunst zu finden, die nicht zu Mainstream war. Nicklas hat mich dann ermutigt, selbst zu malen, um damit die Wände zu verschönern. Also habe ich alle meine Künstler-Tools zusammengesucht und angefangen.

Irgendwann begann Nicklas zu überlegen, ob viellicht auch andere Leute meine Kunst Zuhause aufhängen möchten. Wir haben aber auch schnell gemerkt, dass es viel Zeit, Energie und Mühe kostet, die Produktion und das Marketing alleine zu übernehmen, und dass es sicherlich viele Künstler gibt, denen es genauso geht.  Also beschlossen wir, auch anderen dabei zu helfen, ein breiteres Publikum zu erreichen. Wir wollten, dass ihre leidenschaftlichen Seelen tun, was sie lieben – erschaffen. Und wir kümmern uns um den Rest.

Wie wirkt Kunst auf Räume?

Kunst ist so viel mehr als nur schöne Dinge an Wänden. Sie ergänzt das Zuhause durch Farbe und Form, schafft ein Ganzes und eine Tiefe in einem Raum.  Sie ist eine einfache und flexible Möglichkeit, etwas Persönliches, Einzigartiges zu kreieren und das, was man mag, auszudrücken. Die Leute denken normalerweise, dass saubere Wände einen größeren optischen Eindruck hinterlassen, insbesondere in kleinen Häusern oder Räumen. Aber es ist das Gegenteil, möchte ich sagen. Wenn Sie eine Wand vom Boden bis zur Decke füllen, erleben Sie oft plötzlich eine Veränderung der Deckenhöhe. Alles fühlt sich viel größer an. Ein bisschen wie beim Aufhängen von Vorhängen, die den Raum entgegen aller Vorurteile auch optisch vergrößern.

Wie findet ihr neue Künstler?

Am Anfang haben wir eine Bewerbung  an Leute verschickt, die wir toll fanden. Heute werden wir selbst von Künstlern kontaktiert, die Teil unseres Teams werden möchten. Das ist ein tolles Gefühl! Wir haben auch immer alle möglichen Kanäle im Auge, um neue Talente mit unterschiedlichen Techniken zu finden – von Malerei über Grafikdesign bis hin zu Fotografie. Für uns ist es wichtig, dass die Motive gut zusammenpassen, dass sich Ausdruck und Farben gut kombinieren lassen.

Wen sollte man aktuell auf dem Radar haben?

Lisa Larsson. Sie schafft unglaublich farbenfrohe Gemälde. Lisa kommt aus Schweden, ging aber nach New York, wo sie Fine Arts an der New School studierte. Nach acht Jahren in New York hat sie sich nun in Stockholm niedergelassen und ihr Atelier auf Södermalm. Heute malt sie meist größere Ölgemälde, in denen sie figurative Werke mit einem Gefühl von Eskapismus und Freiheit porträtiert. In ihrer Zusammenarbeit mit uns hat sie sechs in Gouache auf Papier gemalte Kunstwerke zum Thema Lebensfreude geschaffen.

Bilderwände sind nach wie vor hoch im Kurs – wie hängt man sie richtig auf?

Wenn man mich das vor ein paar Jahren gefragt hätte, wäre meine Antwort sicherlich gewesen: halte dich an Linien, in allen Richtungen und Kanten. Heute sieht die Antwort etwas anders aus. Wichtig ist eine Mischung aus verschiedenen Größen.  Es empfiehlt sich, mit dem größten Motiv zu beginnen und es unten zu positionieren. So vermindert man das Risiko, dass es erdrückend auf den Rest der Wand wirkt. Von dort aus kann man sich dann entweder an die Unterkante oder Oberkante halten. Abgesehen davon denke ich, dass es sich immer lohnt, auch mal aus den  Linien zu fallen. Das macht alles lebendiger.

Wie wähle ich die richtige Größe und den passenden Rahmen?

Das hängt von der Art der Bilderwand ab. Wer es eher minimalistischer mag, wählt alle Rahmen in der gleichen Farbe. Ansonsten finde ich es immer sehr schön, eine Farbe aus dem Motiv aufzunehmen und den Rahmen in der gleichen Farbe zu bemalen. Wer Holz und „alte“ Rahmen mischt, erzielt einen weicheren und authentischeren Look. Bei einer Schwarz-Weiß-Fotowand, würde ich bei schwarzen und weißen Rahmen bleiben und die Motive eher etwas größer ziehen. Ein Foto kommt nicht richtig zur Geltung, wenn es zu klein ist. Ist das Motiv doch mal kleiner lohnt sich eine matte Oberfläche, da sie ein exklusiveres und gerahmtes Gefühl verleiht. Generell kommt es bei der Größe immer auf den Ort an, wo das Bild an der individualisierten Wall of Art hängen soll.

 
 
 
 

Eure Tipps zum Start einer persönlichen Sammlung?

Nicht zu viel nachdenken! Auch nicht darüber, ob es zusammenpasst oder wo es in der Wohnung hängt. Man sollte auf Emotionen setzen: mögen Sie es, kaufen Sie es. Auch lohnt es sich an verschiedenen Orten zu sammeln, neues mit altem zu mischen. Poster mit Gemälden und Fotografien. Es kann schwierig sein, den eigenen Stil zu finden, wenn man damit beginnt, denn es gibt so viel, was einem gefallen könnte.  Wer mit einer kleinen Sammlung startet, kann immer wieder etwas hinzufügen. Man merkt  schnell, was ergänzt werden muss.

 
 
 
 
 
 

Mehr Infos: www.wallofart.com

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