Muster kombinieren: Das Geheimnis eines stimmigen Gesamtkonzepts

Ken­nen Sie das: Sie sind begeis­tert von einem unge­wöhn­li­chen Stoff- oder Tape­tend­essin, haben aber kei­nen Schim­mer, wie Sie es zu Hau­se ein­set­zen könn­ten? Wir haben bei Ein­rich­tungs­ex­per­ten Chris­ti­na Harm­sen nach­ge­fragt und ver­ra­ten Ihnen die Sty­ling­tipps vom Profi!

Anhand der Manu­el Cano­vas Tape­te „Mal­va“ im Urban Jung­le Look ver­rät die Münch­ner Innen­ar­chi­tek­tin und Blog­ge­rin (all-about-design.com), wo und wie Sie mit einer extra­va­gan­ten Tape­te wie die­ser Wohnoa­sen gestaltet.

Frau Harmsen, bitte ganz spontan: Was assoziieren Sie mit diesem Bild?

Die Tape­te spie­gelt defi­ni­tiv den Trend des „Urban Jung­le“. Pflan­zen wur­den lan­ge Zeit aus moder­nen Inte­ri­ors ver­bannt – alles durf­te nur noch cool und gerad­li­nig sein. Das Lebens­ge­fühl „Grün“ setzt sich jetzt aber wie­der immer mehr durch. Die­se Tape­te passt da ganz wun­der­bar. Egal, ob man nur eine Wand damit gestal­tet oder einen gan­zen Raum.

Lesen Sie hier, wie man Zim­mer­pflan­zen gekonnt arrangiert.

In welche Architektur und speziell in welchen Raum passt diese Tapete?

In einem moder­nen Inte­ri­or kann man ganz gezielt eine gro­ße Wand tape­zie­ren. Am bes­ten naht­los vom Boden bis in die Decken­kan­te. Dann wirkt die­se Tape­te sehr strai­ght und modern. In einem Alt­bau wür­de ich die glei­che Tape­te viel­leicht nur bis auf eine Höhe von etwa 180 cm anbrin­gen – dafür aber an allen vier Wän­den. Das wirkt beson­ders schön, wenn eine alte Stuck­de­cke vor­han­den ist.

Grund­sätz­lich passt sie per­fekt in den Wohn­be­reich. Aber auch im Bad oder Schlaf­zim­mer wür­de ich die­se Tape­te sofort ver­wen­den. Und: bit­te kei­ne Angst vor gro­ßen Mus­tern und kräf­ti­gen Far­ben in klei­ne­ren Räu­men. Rich­tig umge­setzt kön­nen Tape­ten wie die­se den Raum sogar grö­ßer wir­ken las­sen, zum Bei­spiel an der Schlaf­zim­mer­wand, vor der das Bett steht oder einer lan­gen Sei­ten­wand im Flur.

Welcher Style passt generell dazu?

Man kann das Pal­men­mo­tiv unglaub­lich viel­sei­tig kom­bi­nie­ren, da es eben zu ver­schie­de­nen Ein­rich­tungs­sti­len passt. Zwei beson­ders geeignete:

1. Der Midcentury-Style

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Ein ech­tes Lieb­lings­stück darf schon mal dabei sein, wie der Bell Table, den Sebas­ti­an Her­kner für Clas­si­con ent­wor­fen hat. Per­fekt dazu pas­sen Ses­sel Tired Man von by Las­sen oder auch Amö­be von Vitra.

Ach­tung: Pols­ter­mö­bel zu einer auf­fäl­li­gen Tape­te immer uni bezie­hen, damit die Form bes­ser zur Gel­tung kommt. Farb­lich am bes­ten an den Tönen ori­en­tie­ren, die auch in der Tape­te vor­kom­men – hier Grün, Blau oder Weiß. Auch Leuch­ten und Acces­soires im gera­de ange­sag­tem Kup­fer und gol­de­nen Mes­sing kann man hier sehr schön ein­set­zen. Etwa Leuch­te Cop­per Shade von Tom Dixon und Wind­lich­ter oder Ker­zen­stän­der Lup Table von Hay.

2. Skan­di­na­visch & natürlich

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Mit Natur­ma­te­ria­li­en wie Kork, See­gras, Bast und Holz lässt sich der Urban Jung­le sehr ent­spannt sty­len. Wich­tig ist, dass die Möbel trotz natür­li­cher Mate­ria­li­en fili­gran wirken.

Bei­stell­tisch Kork von Vitra passt per­fekt zum Scan­di-Style. Ess­tisch Copen­ha­gue CPH150 von Hay kann ent­we­der mit der Sitz­bank Copen­ha­gue Deux 215 kom­bi­nert wer­den oder mit ein­zel­nen Stüh­len wie dem Vege­tal von Vitra. Dazu wür­de ich zar­te Pen­del­leuch­ten aus gefloch­te­nem Bam­bus wie Sin­nerlig von Ikea und wei­ße, leich­te Acces­soires wie Ker­zen­stän­der Cubus von by Las­sen sowie wei­ße Bil­der­rah­men kom­bi­nie­ren. Wich­tig: Hal­ten Sie auch alle Flä­chen unifarben!

Zu bei­den Ein­rich­tungs­sti­len gehö­ren immer auch ein paar Pflan­zen! Toll machen sich Mons­te­ra oder ein klei­ner Zwergpfeffer.

Wie kann ich dieses Motiv schnell und unkompliziert in ein bereits bestehendes Ensemble integrieren?

Eine Wand lässt sich recht schnell und ein­fach tape­zie­ren. Wenn die vor­han­de­ne Möblie­rung passt, reicht es meist, in ein paar neue Acces­soires wie Kis­sen, Vasen oder eine Tisch­leuch­te zu investieren.

Für ein klei­nes Bud­get: Eine Bahn der Tape­te oder Tape­ten­stü­cke pas­send zuschnei­den und in schlich­ten, gro­ßen Bil­der­rah­men an der Wand prä­sen­tie­ren. Sehr schön wir­ken drei „Tape­ten­bil­der“ neben­ein­an­der mit jeweils einem etwas ande­ren Musterausschnitt.

Was passt gar nicht dazu?

Zu vie­le ver­schie­de­ne Far­ben oder unter­schied­li­che Mus­ter soll­te man bes­ser nicht damit mixen. Das wirkt schnell unru­hig und die Tape­te ver­liert ihre Wir­kung. Auch soll­te der Schwer­punkt im Raum klar gesetzt sein: die Tape­te und even­tu­ell ein Möbel dür­fen der Hin­gu­cker sein.

Haben Sie dieses oder ein vergleichbares Dessin bereits irgendwo eingesetzt?

Ein ähn­li­ches Design habe ich bei einem mei­ner Innen­ar­chi­tek­tur-Pro­jek­te in einem Bad ver­wen­det – an einer Wand und der gesam­ten Zim­mer­de­cke. Dabei soll­te man natür­lich unbe­dingt dar­auf ach­ten, dass die Tape­te Feuch­tig­keit ver­trägt. Die übri­gen Wän­de wur­den mit glat­ten, wei­ßen Plat­ten gefliest. Auch die Bad­ke­ra­mik wie Wasch­be­cken, Dusche und WC kom­bi­nier­ten wir in Weiß, der Wasch­tisch sowie ein Regal wur­den matt licht­grau lackiert. Eine Regen­brau­se in der Dusche unter­streicht das Natur­fee­ling. Das Finish: pas­sen­de Beleuch­tung und hell­graue Handtücher.

Hier gibt’s Ein­rich­tungs­tipps, wie Sie ein Bad wohn­lich gestalten.

Bitte beschreiben Sie Ihre Arbeit und Ihren Stil

Christina Harmsen

Für mei­ne Innen­ar­chi­tek­tur-Pro­jek­te las­se ich mich immer sehr von der Archi­tek­tur des Hau­ses oder der Woh­nung und den Men­schen, die dar­in zu Hau­se sind inspi­rie­ren. Jede Ein­rich­tung pla­ne ich so indi­vi­du­ell, wie es auch die Bewoh­ner und ihre Geschich­ten sind. Alle haben Möbel­stü­cke, Leuch­ten oder Acces­soires, die ihnen am Her­zen lie­gen und die ich in einem neu­en Inte­ri­or gezielt in Sze­ne set­ze oder chic inte­grie­re. Aus­ser­dem set­ze ich ger­ne sehr lang­le­bi­ge Pro­duk­te ein, die man auch nach vie­len Jah­ren ger­ne sieht und benutzt. Die meis­ten las­sen sich erwei­tern, ver­än­dern oder ver­klei­nern, sodass sie auch nach einem Umzug pro­blem­los einfügen.

Noch nicht genug vom Urban Jungle?

Dann kom­men hier noch ein paar Pal­men­mo­ti­ve in Aktion:

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Wie im Pal­men­haus speist man in der Münch­ner Bras­se­rie Colet­te vor Tape­te „Palm Jung­le“ von Cole & Son (ganz oben). Das­sel­be Des­sin mit wei­ßem Fond setz­te die ame­ri­ka­ni­sche Inte­rior­desi­gne­rin Emi­ly Hen­der­son in einem lich­ten Wohn­zim­mer ein (oben rechts).

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Exo­tisch geht es auch in Leo’s Oys­ter Bar in San Fran­cis­co zu, wo Gäs­te vor tro­pi­schen Blü­ten und Blatt­werk rohe und geba­cke­ne Aus­tern zum küh­len Cham­pa­gner genießen.

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