Weihnachtsdeko: die Profi-Tipps vom Einrichter

Clemens Hummel von Palais 22 in Frankfurt erklärt die drei großen Trends für die Weihnachtsdeko, gibt Tipps, wie man sie geschickt arrangiert und eine ganz außergewöhnliche Blumendeko kreiert. Mit Inbrunst vertritt der Einrichter die These: Sondermüll gehört nicht an den Baum!

# Fixpunkte setzen!

Egal bei welcher Deko ich setze immer einen Akzent, um den sich alles gruppiert. Wie weit das geht, hängt von einem selber ab. Die Grenzen von üppig und zu viel sind an Weihnachten schwimmend. Wenn überhaupt darf man nur zur Weihnachtszeit halbwegs ungestraft in Geschmacklosigkeit abdriften. Ich persönlich mag keine alltäglichen Dekorationen wie leuchtende Bögen am Fenster oder ein wenig Lametta am Baum. Für mich gilt: entweder sehr zurückhaltend oder komplett over the top. Dieses Dazwischen ist lieblos und mutlos und hat an Weihnachten nichts zu suchen.

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Vasen und Gläser von Kodanska

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Wer es üppig liebt, lässt sich vom Floristen ein schwebendes Gesteck fertigen. Baumschmuck und Idee von Meissen

# Die drei großen Trends

Der Über-Trend 2019 lautet Natürlichkeit. Die Farben sind puristisch und neutral in Verbindung mit Gold und Silber, Gold und Perlmutt-Nuancen, glatte Oberflächen, es schillert leicht und glänzt, dazu mattes Crakelé und Milchglas. Moderne Zartheit kann man wunderbar mit einem schroffen Ast oder Nadelgrün kombinieren. Die Natürlichkeit hebt den Glanz hervor.

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Alle Produkte über Ferm Living

Vor einem natürlichen Hintergrund wirkt auch der zweite Farbtrend abgemildert, der ist nämlich knallbunt – Kugeln, Zapfen alles bunt gemischt. Dazu kommt noch der Dauerbrenner: Glamour, Pailetten, Kristalle, Glitter – das hört nicht auf.

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Baumschmuck von Zara Home

# Bitte auch mal schmunzeln

Innerhalb jedes dieser Trends gibt es Akzentschmuck aus Glas, von Vögeln über Obst und Gemüse bis zu Sissi-Figuren. Kann man mögen, muss man nicht, ist aber sicher auch kein Fehler zwischen den Kugeln und Zapfen etwas aufblitzen zu lassen, das einen schmunzeln lässt. Weihnachten ist ja schließlich auch ein Fest der Freude.

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Baumschmuck von Käthe Wohlfahrt

# Immer ein Thema suchen

Suchen Sie sich ein Thema und bleiben Sie dabei. Ich rate meinen Kunden immer davon ab die einzelnen Trends zu kombinieren – bunt, Glitzer, Pailletten, klares Glas, alles zusammen. Das wirkt sehr unruhig, als hätte man seinen Bestand der letzten Jahre ins Wohnzimmer geschüttet. Starke Farben lassen sich wunderbar mit Klarglas und einzelnen Metallakzenten kombinieren, am besten immer in Verbindung mit Natürlichkeit.

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Bunte Kugeln und Idee: Habitat UK

# Der Klassiker – mehr ist mehr

Wer gar keine Lust auf Trends hat, bleibt eben bei Rot und Grün. Aber auch hier geht kein Nullachtfünfzehn. Eine rote Kugel mit ein bissel Gold vor Grün – das ist nicht prächtig. In den klassischen Farben ist an Weihnachten mehr tatsächlich mehr. Es sollte nicht karg sein. Gerade in der kühlen Jahreszeit geht es um Natürlichkeit und Wärme. Aseptische und karge Dekorationen haben da nicht viel zu sagen.

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Holzfiguren von Kay Bojesen, Geschirr von Kähler

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Idee und Farbe: Annie Sloan

# Die No-Goes

Sondermüll gehört nicht an den Baum! Plastikschmuck, Weihnachtsmann-Attrappen, künstliche Weihnachtsbäume und Kerzen finde ich persönlich schrecklich. In den LED-Kerzen beispielsweise steckt eine winzige Strom-Knopfzelle, die man nicht wechseln kann und eben die wandern auf den Sondermüll. Alles, was die Natur belastet, hat für mich an Weihnachten nichts mehr zu suchen – gerade heutzutage mit der aktuellen Debatte. Ich glaube, das wird sich in den nächsten Jahren noch verstärken. Schließlich geht es an Weihnachten um Geborgenheit, Familie, Tradition und nicht darum die Erde noch mehr kaputt zu machen.

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Tisch-Dekoration mit Kranz, Zimt und Rosmarin: Rosendahl

# Auch mal selber machen

Wir haben früher Kekse mit Löchern ausgestochen, haben sie bemalt und eine Schleife drum gebunden. Die existieren zum Teil heute noch, werden gehegt und gepflegt. Es ist eine Tradition und man freut sich, wenn die Mutter die angebrochenen Kekse nochmal aufhängt. Es geht eben um Emotion. Weihnachten ist ein Fest, an dem Erinnerungen geschaffen werden. Das gelingt viel mehr, wenn man in den Wald geht und sich etwas Schönes sammelt, um es mit den alten und neuen Dekorationen zu kombinieren, anstatt sich immer komplett neu einzudecken.

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Zweig mit Kugeln von Ferm Living

# Das besondere Blumengesteck

Was immer toll ist: große Blumengestecke, Tannengrün mit Moos und Glasschmuck. Eine schöne Mistel mit Schleife ist sicherlich auch kein Fehler. Will man es üppig, bitte nicht nur eine Amaryllis oder einen Weihnachtsstern hinstellen.

Nehmen Sie zum Beispiel eine große Schale, so groß wie möglich, ein wenig Moos hinein, so viele Amaryllis- und Hyazinthen-Zwiebeln drauflegen, wie es geht. Am besten bereits Anfang Dezember. Die keimen dann wunderschön, wachsen und an Weihnachten hat man ein riesiges, prächtig blühendes Gesteck! Legen Sie doch Ihre bunten Kugeln vom Vorjahr hinein oder gehen Sie spazieren, um einen schönen Zweig aus dem Wald oder Hagebutten zu sammeln – das macht sogar noch gute Luft.

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Fotos: tollwasblumenmachen.de  & pflanzenfreude.de

Über Clemens Hummel

Der Einrichter von Palais 22 in Frankfurt ist ein Experte in Sachen geschmackvolle Weihnachtsdekoration. In einem früheren Leben wurde er Jahr für Jahr auf die Christmas World verdonnert und bekennt: „Ich habe eine extreme Abneigung gegen Glitzer, da wird mir fast schlecht.“

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Foto: Anja Jahn/Moondogstudio

www.palais22.com

 

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