Design aus Südtirol: Riccardo Montes handgemachten Holzmöbel

Archi­tekt Ric­car­do Mon­te ver­ließ Lon­don, um in sei­ner nord­ita­lie­ni­schen Hei­mat gra­zi­le Desi­gn­ob­jek­te aus Baum­stäm­men zu mei­ßeln. War­um es ihn zurück zu sei­nen Wur­zeln zog.

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Mit dem Schar­rier­mes­ser kerbt Ric­car­do Mus­ter und Schraf­fu­ren ins Holz

Ein Winter in den Bergen

Einen gan­zen Win­ter ver­brach­te Ric­car­do Mon­te allein in einer Berg­hüt­te auf 1500 Meter Höhe, ohne Elek­tri­zi­tät, nur mit einem Holz­ofen als Hei­zung und Herd.

Vom tru­beli­gen Lon­don, wo er acht Jah­re als Archi­tekt gear­bei­tet hat­te, zog es Ric­car­do zurück in die Gegend unweit des Luga­ner Sees, wo er auf­ge­wach­sen ist. „Ich ent­deck­te das ein­fa­che Leben und beschloss, mich in Ornavasso mit mei­nem eige­nen Stu­dio für Archi­tek­tur, Design und Male­rei selbst­stän­dig zu machen.“

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Ric­car­dos Stu­dio spie­gelt sein neu­es, rus­ti­ka­les Leben

Verliebt in Holz

Da kein ande­res Mate­ri­al ver­füg­bar war, nahm er zum Zeich­nen ein Stück Koh­le. „In die Tie­fe und Inten­si­tät die­ses Schwarz habe ich mich dann ver­liebt“, erin­nert sich Ric­car­do Mon­te. „Auf ganz ein­fa­che Wei­se nahm mei­ne Umge­bung auf dem Papier Gestalt an, konn­te ich die Ber­ge und mei­ne Ver­eh­rung für sie zum Aus­druck bringen.“

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Wann immer er Zeit hat, zeich­net Ric­car­do die schrof­fen Fel­sen der nord­ita­lie­ni­schen Voralpen

Heu­te wohnt und arbei­tet er hier mit sei­ner Fami­lie in einem Bau­er­haus aus dem 18. Jahr­hun­dert, das er selbst umbaut und reno­viert. „Ich ver­wen­de viel natur­be­las­se­nes Holz. Ich lie­be sei­ne Far­be, sein Gewicht und wie es sich mit der Zeit ver­än­dert.“ Es ist das Mate­ri­al, mit dem er schon in sei­ner Kind­heit beim Spie­len im Wald häu­fig in Berüh­rung gekom­men war. Sei­ne Fas­zi­na­ti­on für Holz ent­deck­te er aber erst als Archi­tekt in England.

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Sofern er die Rin­de nicht als gestal­te­ri­sches Ele­ment in sei­ne Designs ein­be­zieht schält er die Stäm­me mit dem Ziehmesser
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Hier wird gleich gehäm­mert, gek­okelt und gebürstet
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Mit Ham­mer und Mei­ßel bringt er jedes Stück in die gewünsch­te Form
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Beim Kar­bo­ni­sie­ren wird das Holz mit Feu­er geschwärzt. So wird es nicht nur dun­kel, son­dern auch här­ter und wiederstandsfähiger.

Spiel mit dem Feuer

Inzwi­schen baut er dar­aus Rega­le, fer­tigt Tische und expe­ri­men­tiert mit Kar­bo­ni­sie­rung. Für die­se Ober­flä­chen­be­hand­lung mit Feu­er wird das Holz nach dem Schwär­zen gebürs­tet, abge­wa­schen und mit Öl behan­delt. Wie bei der hand­ge­schnitz­ten Bei­stell­tisch­se­rie „Bosco“: Aus einem Stamm­stück samt Under­cut formt Ric­car­do einen feu­er­ge­schwärz­ten Stuhl.

Mit den Händen zu arbeiten, erfüllt mich mit tiefer Zufriedenheit“

Mit den Hän­den zu arbei­ten, erfüllt mich mit tie­fer Zufrie­den­heit“, erklärt er den vol­len Kör­per­ein­satz mit Motor­sä­ge und Schar­rier­mes­ser. Und so orga­nisch wie das Mate­ri­al wächst mit­ten in den Ber­gen eine Möbel­kol­lek­ti­on heran.

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Ric­car­do in sei­nem Studio

www.riccardomonte.com

Hand­fest geht es auch in unse­rem Bei­trag über die Her­stel­lung eines Damas­te­ner-Mes­sers zu

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