Zu Gast bei Hannah und Rachel von De Gournay

Im Londoner Apartment von Rachel und Hannah Cecil Gurney findet sich kein Raum ohne Tapete. Schuld daran ist ihr Vater …

Die meisten Menschen arrangieren beim Einzug in ihre neue Wohnung zuerst einmal die Möbel. Rachel und Hannah Cecil Gurney tapezierten jede einzelne Wand. Glänzende Fischschwärme, indische Karawanen und Pfauen, die anmutig zwischen Sträuchern sitzen – in dem Londoner Apartment der beiden Schwestern blieben allein die Decken tapetenlos.

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Hannah (links) und Rachel Cecil Gurney

Das sogar für Engländer eher ungewöhnliche Vorgehen wird zur logischen Konsequenz, weiß man um das Familienunternehmen, das die beiden seit einigen Jahren gemeinsam mit ihrem Vater führen: Das 1986 gegründete Chinoiserie-Tapetenlabel De Gournay ist vor allem bekannt für seine kunstvoll von Hand bemalten Wandkleider.

Natürlich fand nur ein Bruchteil der Entwürfe im 130 Quadratmeter großen Apartment Platz, das die beiden Schwestern vor vier Jahren gemeinsam bezogen. Heute lebt Rachel dort mit ihrem Lebensgefährten Jacob, Hannah zog mit ihrem Mann ins nahe gelegene Battersea.

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Spiel mit der Optik: Die hohen Spiegel verleihen dem Esszimmer Größe

Entscheidend für den Kauf war ein Mix aus Nostalgie und Begeisterung: „Wir sind in der Gegend aufgewachsen, mochten den ungewöhnlichen, langen schmalen Aufbau und das natürliche Licht, das durch die raumhohen Fenster fällt“, erinnert sich Hannah. „Außerdem ist der georgianische Baustil die ideale Bühne für unsere Tapeten.“

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Da es in der Küche keine Fenster gibt, sorgt die Tapete für Lichtreflexe

Bevor die Wohnung zur Wunderwelt wurde, befreiten sie die Zimmer von abgehängten Decken und gaben ihnen die ursprüngliche Höhe von über drei Metern zurück. Als letzten Schritt entfernten sie den dunklen Korridor zwischen Esszimmer und Küche.

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Im Flur begleitet eine indische Karawane die Gäste

Viele hohe Spiegel sorgen für eine optische Vergrößerung der schmalen Räume – ein gestalterischer Clou, der mit wenig Aufwand große Wirkung erzielt. Das Einrichten der Wohnung übernahmen die beiden Schwestern gemeinsam, bei Uneinigkeiten über Muster oder Möbel fungierte die befreundete Interiordesignerin Tara Craig als Expertin und Schiedsrichterin.

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Das Bett ist eine Sonderanfertigung und bietet versteckten Stauraum
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Mit speziellen Glasuren dürfen die Tapeten auch ins Bad
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Das geräumigere Schlafzimmer mit  Tapete „Badminton“

Kompromisslos blieb nur die Gestaltung der Schlafzimmer: Hannah setzte ihre Begeisterung für elegante Boho-Chic-Interieurs in einem Mix aus Weiß und Burgund um, Rachel ihre Vorliebe für klassische Einrichtungen des 18. Jahrhunderts in frischen Grün- und Gelbtönen.

Das Besondere an der Tapete in diesem Zimmer ist nicht nur der Grünton, sondern auch die Tatsache, dass sie zuvor bereits die Wände einer Ausstellung schmückte. „Unsere Kunden sind jedes Mal überrascht, wenn wir erklären, dass man mit unseren Tapeten auch umziehen kann“, verrät Rachel. Nach Hannahs Auszug wechselte sie in das um einiges geräumigere Zimmer ihrer Schwester – eine rationale Entscheidung, nicht ganz ohne Wehmut.

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Chinoiserie-Motiv „St Laurent“ im Wohnzimmer

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Dass der Boden handgemalt ist, erkennen viele erst beim Betreten

Der Stil des Gurney-Domizils ist zugleich eklektisch und exzentrisch, mutig und dramatisch. „Auf eine Art und Weise haben wir die Wohnung naiv eingerichtet, weil kein Raum wirklich zu dem anderen passt“, resümiert Rachel, „andererseits ist eigentlich gerade das daran das Schöne.“

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Obwohl sie 24 Stunden von ihrer Arbeit umgeben sind, kann sich keine der beiden Schwestern ein Zuhause ohne ihre Tapeten vorstellen.

„Wir lieben, was wir tun. Unser Vater hätte auch Klimaanlagen entwickeln können. Stattdessen entwarf er traumhafte Tapeten. Es ist ein tolles Gefühl, nach Hause zu kommen und zu sehen, was wir erreicht haben.“

Mehr Infos über De Gournay: www.degournay.com

Fotos: Simon Brown

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