Wie empfindlich sind Samtsofas wirklich?

Stof­fe sol­len heu­te alles kön­nen und mög­lichst robust sein. Samt galt daher lan­ge als schwie­ri­ger Kan­di­dat. Doch immer mehr Tex­til­her­stel­ler bewei­sen, dass dies nicht der Fall sein muss und läu­ten mit inno­va­ti­ven Mate­ria­li­en die Trend­wen­de ein. Wir geben Pfle­ge­tipps und ver­ra­ten, wie Ihr Samt­so­fa am bes­ten zur Gel­tung kommt.

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Der klas­si­sche und prak­ti­scher­wei­se fleck­ab­wei­sen­de Baum­woll-Velours „Foren­za“ von Romo eig­net sich glei­cher­ma­ßen für Deko­ra­ti­on wie Bezug – hier auf einem Sofa mit seit­li­cher Ches­ter­field-Step­pung sowie als Vor­hang dahinter

Toll oder oll?

Die­ser Stoff hat ein dop­pel­deu­ti­ges Image. Schim­mernd und weich zähl­te Samt schon in der Renais­sance zum ulti­ma­ti­ven Luxus welt­li­cher und kirch­li­cher Fürs­ten. Als Inbe­griff von ver­rucht bis alt­mo­disch hin­ge­gen knall­rot in Eta­blis­se­ments von zwei­fel­haf­tem Ruf, als muf­fi­ger Reca­mie­ren-Bezug in Schlös­sern oder schon seit jeher abge­wetzt auf Omas Couch. Eben jenes luxu­riö­se Gewe­be mit dem ange­staub­ten, ja, zwei­fel­haf­ten Image erfreut sich seit eini­gen Jah­ren wie­der gro­ßer Beliebt­heit und hält mit Vor­lie­be auf Sofas Ein­zug in unse­re Räume.

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Ein Meis­ter des Mate­ri­al- und Mus­ter­mix ist der aus­tra­li­sche Inte­rior­desi­gner Greg Nata­le. In die­sem Wohn­zim­mer wählt er für Samt­so­fa und Wand­an­strich die sel­be Far­be. Der sanf­te Schim­mer des Samt­so­fas tariert das eben­so stren­ge wie expres­si­ve Kunst­werk dar­über per­fekt aus

Wie empfindlich ist Samt wirklich?

Beden­ken­trä­ger monie­ren ger­ne, dass die­ser Stoff emp­find­lich sei und der leich­te Glanz des Gewe­bes mit der Zeit als soge­nann­ter Sitz­spie­gel die Kehr­sei­te sei­ner Benut­zer abbil­de. Doch seit Oma ihr Sofa pols­tern ließ, ist schon eini­ge Zeit ver­gan­gen. Zeit, wel­che fin­di­ge Tex­til­her­stel­ler sinn­voll mit dem Rum­tüf­teln an Mate­ri­al, Ver­ar­bei­tung und Aus­rüs­tung verbrachten.

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Auf die­ser Lie­ge mit zier­li­chen Füßen sor­gen statt einer dicken zwei dün­ne Pols­ter­auf­la­gen für Bequem­lich­keit. Die obe­re ist aus dem pfle­ge­leich­ten Poly­es­ter-Vel­vet „Sar­t­o­ri“ von Chiv­as­so, der bei 30 Grad wasch­bar ist

Wann ist ein Samt auch wirklich ein Samt?

Ob ein Stoff mit extra Kuschel­fak­tor tat­säch­lich ein Samt ist, ent­schei­det die Flor­hö­he. Nur bis zu einer Län­ge von zwei Mil­li­me­tern heißt ein Pol­ge­we­be tat­säch­lich Samt, danach Velours und bei über vier Mil­li­me­ter Plüsch.

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Ein Samt­so­fa muss nicht wuch­tig wir­ken und eig­net sich selbst für Design­klas­si­ker: Ein hel­les Beige nimmt hier die aus­la­den­de Form von Modell „Flo­rence Knoll Lounge Sea­ting“ von Knoll Inter­na­tio­nal dezent zurück

So bleibt ihr Samtsofa lange schön

Gene­rell sind Samt oder auch Velours, die zu den Pol­ge­we­ben zäh­len, auf­grund ihrer ver­ti­kal ein­ge­bun­de­nen Pol­fä­den tat­säch­lich scheu­er­be­stän­di­ger als Flach­ge­we­be. Wegen ihres Flors haben sie aller­dings eine bestimm­te Strich­rich­tung, die beim Bezie­hen sowie der Pfle­ge beach­tet wer­den soll­te. Heu­te wird Samt meist aus Sei­de, Baum­wol­le oder Syn­the­tik­fa­sern gewebt. Ent­spre­chend pfle­ge­in­ten­siv oder eben robust ist das Ergeb­nis. Wegen ihrer beson­de­ren Bean­spru­chung bestehen Pols­ter­stof­fe meist aus kurz­flo­ri­gen, dicht geweb­ten Synthetikfasern.

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Mit „Benu Talent“ gibt Chris­ti­an Fisch­ba­cher PET-Fla­schen ein zwei­tes Leben. Der luxu­riö­se Velours-Stoff ist auch für den Out­door-Bereich geeignet

Damit die Freu­de am neu­en Samt­so­fa mög­lichst lan­ge anhält, hier ein paar grund­le­gen­de Regeln:

  1. Druck, Feuch­tig­keit und Wär­me kön­nen Druck­stel­len erzeugen.
  2. Je weni­ger Ein­wir­kung bei der Pfle­ge erfolgt, des­to bes­ser. Im Ide­al­fall ein­fach nur regel­mä­ßig absau­gen und abbürsten.
  3. Auch soll­ten alle Pfle­ge- und Rei­ni­gungs­maß­nah­men immer in Strich­rich­tung erfolgen.
  4. Feuch­te Fle­cken mit einem saug­fä­hi­gen Tuch abtup­fen und even­tu­el­le Rück­stän­de mit einem Pols­ter­scham­poo entfernen.
  5. Rei­ni­gungs­mit­tel dabei aller­dings nie direkt auf den Stoff auf­tra­gen, son­dern auf ein wei­ßes Tuch und nicht zu stark reiben.
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Mit Fleck­schutz­aus­rüs­tung glänzt der struk­tu­rier­te Poly­es­ter-Samt „Ori­on II“ von Kirk­by Design.

Samt richtig einsetzen

Ob klas­sisch oder modern, prin­zi­pi­ell lässt sich das einst als „Stoff der Köni­ge“ bekann­te Tex­til in jedes Inte­ri­eur inte­grie­ren. Gera­de für eine leich­te, moder­ne Umset­zung kommt es jedoch auf die rich­ti­ge Dosie­rung an. Weni­ger ist hier ein­deu­tig mehr. Machen Sie ein Lieb­lings­stück wie das Sofa zum It-Pie­ce. Als bewuss­ter Kon­trast zu einer kühl-moder­nen Umge­bung am Bes­ten mit einer kräf­ti­gen Far­be, die nicht nur die wei­che Ober­flä­che zur Gel­tung bringt, son­der auch gleich den Gla­mour­fak­tor hebt. Petrol-, Blau- und Rot­tö­ne geben hier der­zeit ganz klar den Ton an.

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Rotes Samt­so­fa? Aber klar doch, wenn es wie „Dress Up!“ von Desi­gner Rodol­fo Dor­do­ni für Cas­si­na mit Ver­ar­bei­tungs-Details aus der Hau­te Cou­ture spielt und zudem einen wei­chen Kon­tra­punkt zur wuch­ti­gen Beton­de­cke setzt.

Mehr über sei­ne Her­kunft und wor­in sich Samt, Velours und Che­n­il­le unter­schei­den lesen Sie in unse­rer Stoffkunde.

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