Architektin Daria Zinovatnaya über Farben und Formen

Aus der Fer­ne betrach­tet, könn­te es sich bei den Pro­jek­ten der Archi­tek­tin Daria Zino­vat­na­ya auch um gra­fi­sche Kunst­wer­ke der Moder­ne oder den kolo­rier­ten Inbe­griff einer Design-Turn­hal­le han­deln. Wir spra­chen mit ihr über die rich­ti­ge Kom­po­si­ti­on von For­men, Far­ben und Zukunftsträume.

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Daria Zino­vat­na­ya

Far­ben spie­len eine gro­ße Rol­le bei Ihren Ent­wür­fen – warum? 

Ich fin­de sie ein­fach unglaub­lich inspi­rie­rend! Das Spiel mit ver­schie­de­nen For­men und Far­ben ist Haupt­be­stand­teil mei­ner Arbei­ten. Es ist immer wie­der erstaun­lich, wie vie­le Mög­lich­kei­ten aus den unter­schied­li­chen Kom­bi­na­tio­nen ent­ste­hen können.

Wie wür­den Sie Ihren Stil beschreiben?

All mei­ne Designs basie­ren auf Geo­me­trie plus Far­be und las­sen sich auf den Supre­ma­tis­mus zurück­füh­ren. Eine Stil­rich­tung der rus­si­schen Kunst, die sich auf die Gestal­tung mit aus­schließ­lich geo­me­tri­schen For­men redu­zier­te und von 1915 bis Anfang 1930 en vogue war. Wie die Supre­ma­tis­ten lie­be ich es, unge­wöhn­li­che Designs mit ein­fa­chen For­men zu kreieren.

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Trend­tö­ne zeigt Instal­la­ti­on „Uto­pia“

Sie sind in der Ukrai­ne gebo­ren und erst vor Kur­zem nach Russ­land gezo­gen. Glau­ben Sie, dass die Krim­kri­se die Design­welt beeinflusst?

Für mich bedeu­ten bei­de Län­der Hei­mat. Es ist sehr bedau­er­lich, wie sich die Din­ge ent­wi­ckeln. Vor allem, weil so vie­le Men­schen unter den poli­ti­schen sowie den dar­aus resul­tie­ren­den sozia­len Umstän­den lei­den müs­sen. Den­noch den­ke ich nicht, dass sich Poli­tik direkt auf Design oder Krea­ti­vi­tät auswirkt.

Was sind für Sie Inspirationsquellen?

Jedes mei­ner Pro­jek­te star­tet mit einer Farb­pa­let­te, die ich nach mei­ner momen­ta­nen Stim­mung aus­wäh­le. Ich arbei­te bei der Umset­zung viel mit 3-D-Visua­li­sie­run­gen. Es ist span­nend zu beob­ach­ten, wie Objek­te in unter­schied­li­chen Nuan­cen wir­ken, und gleich­zei­tig die rich­ti­ge Balan­ce zwi­schen ihnen zu fin­den. Ein sehr inspi­rie­ren­der Prozess.

Aber auch Arbei­ten nam­haf­ter Desi­gner wie Le Cor­bu­si­er, Char­lot­te Per­ri­and oder Jean Prou­vé beein­flus­sen mich. Wenig über­ra­schend, dass mich gera­de die­se Iko­nen begeis­tern: Sie stam­men alle aus der Mit­te des 20. Jahr­hun­derts – einer Epo­che, in der unglaub­lich viel mit geo­me­tri­schen Figu­ren und ver­schie­dens­ten Kolo­rits expe­ri­men­tiert wurde.

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Pro­jekt „Itten“

Wie kamen Sie zum Design?

Das hört sich jetzt viel­leicht etwas platt an, aber ich woll­te schon als Kind Desi­gne­rin wer­den. Also bin ich an die Kunst­hoch­schu­le gegan­gen, habe Archi­tek­tur stu­diert, in ent­spre­chen­den Büros gear­bei­tet und vor zwei Jah­ren mein eige­nes Stu­dio, Zino­vat­na­ya, gegründet.

Nach­dem ich an eini­gen Ein­rich­tungs­pro­jek­ten mit­ge­wirkt hat­te, war ich neu­gie­rig dar­auf, wie Men­schen auf von mir ent­wor­fe­ne Möbel, Acces­soires oder Leuch­ten reagie­ren wür­den. Zwar sind nicht alle mei­ne Ent­wür­fe all­tags­taug­lich, aber die­je­ni­gen, die es sind – „Che­ro­kee“, „Matis­se“ und „Itten“ –, wer­den dem­nächst auf mei­ner Web­site erhält­lich sein.

Mit 25 haben Sie schon ein eige­nes Design-stu­dio und eine Möbel­kol­lek­ti­on – wel­che Träu­me blei­ben da noch offen?

Ich möch­te auf jeden Fall wei­ter­hin Ein­rich­tungs­ge­gen­stän­de ent­wi­ckeln und die Pro­duk­ti­on erwei­tern. Es wäre ein Traum, mei­ne Designs in jedem Teil der Welt zu sehen. Auch ste­hen neue Aus­stel­lun­gen und Wett­be­wer­be auf mei­ner Lis­te – eine uner­schöpf­li­che Quel­le, um neue Ide­en zu sammeln.

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Kol­lek­ti­on „Che­ro­kee“

www.zinovatnaya.com

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