Posamenten – Plädoyer für ein vernachlässigtes Style-Statement

Borten kennt doch jeder, Kordeln auch. Keder? Schon schwieriger. Und was sind eigentlich Litzen? Während Vasen, Kerzenständer und Konsorten nahezu jedes Interieur abrunden dürfen,  wird das Posament als textiles Detail oft vergessen. Wir finden: höchste Zeit für eine Renaissance!

Geschichte und Herstellung

Posamenten sind sogenannte Besatz-Artikel und der Sammelbegriff für Borten, Keder, Quasten, Kordeln, Litzen oder Pompons. Traditionell werden sie von den sogenannten Posamentieren in Handarbeit gefertigt. Für die Produktion von Mustern bedarf es der Unterstützung durch den Posamentierstuhl, ein kleiner Webstuhl, der über spezielle Mechanismen verfügt.

Ihren Ursprung haben Posamenten im 19. Jahrhundert. Das Zentrum der Herstellung lag damals im Erzgebirge, rund um die Stadt Annaberg-Buchholz nahe der tschechischen Grenze. Abgeleitet wird der Begriff allerdings von dem französischen ‚passement‘.

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Moderne Beispiele

Zum Einsatz kommen sie an Kissen, Vorhängen, Polstermöbeln und Betten als unaufdringliches Detail oder extravagantes Statement. Letztere verbinden viele vor allem mit endlosen Rundgängen durch gut erhaltene Schlösser und Herrenhäuser – ein Grund, weshalb Posamenten ein hartnäckig angestaubtes Image anhaftet.

Allen, die Borten und Co. zum ersten Mal einsetzen wollen, raten wir ein Check-up beim Profi, denn die Verarbeitung ist nicht ganz einfach und braucht Erfahrung. Hier kommen ein paar unserer aktuellen Posamenten-Favoriten und Ideen einen so gelungenen wie modernen Einsatz.

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