Unerschrocken richtete Künstlerin und Designerin Susi Bellamy ihr englisches Herrenhaus ein. Warum sich Mut auch in der Einrichtung lohnt.

Es gibt Häuser, vor deren Tür man sich unwillkürlich noch ein paar Fusseln vom Mantel zupft, bevor man klingelt. Dann steht Susi Bellamy in der Tür ihres Herrenhauses – in einem orangeroten Kleid und mit herzlichem Lächeln. Sie bittet hinein.
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Wow! Zwölf Meter hoch öffnet sich die Eingangshalle des Anwesens, das in der englischen Grafschaft Northumberland an der Grenze zu Schottland liegt. „Ich liebe die Größe, die charakteristischen Merkmale und das Licht dieses Hauses“, kommentiert Susi Bellamy das spektakuläre helle Entree mit Vertäfelungen, Säulenbögen und umlaufendem Treppenhaus. „Erst wohnten wir in einem Herrenhaus zur Miete und genossen es, in solch großem Maßstab zu leben“, erzählt sie später. „Dann beschlossen wir, nach einem eigenen zu suchen. Aber die waren unbezahlbar. Also haben wir einen Teil dieses Hauses von 1900 gekauft.“

→ Die ganze Geschichte von Susi Bellamy lesen Sie in DECO HOME 2/2020. Hier zeigen wir Ihnen unveröffentlichte Bilder ihres besonderen Hauses.

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In der Eingangshalle strahlt ein limonengrünes Vintage-Sofa von Laura Ashley. Vis-à-vis hält ein Zweisitzer dagegen, den Susi mit ihrem Samt „Red/ Blue Geode“ beziehen ließ.

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Gut platzierte Deko-Stücke

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Wie ein Blick ins Kaleidoskop wirkt das Motiv auf Tapete „Grey Stucco Pebbles" in der Garderobe
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„Ich liebe den Blick aus der Küche und das Licht, das hereinfällt. Wenn die Kinder uns besuchen, spielen wir Scrabble am runden Tisch“, erzählt Susi.

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Die Deckenleuchte im Wohnzimmer designte Susi selbst, genau wie Kissen „Green Fantasy“

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„Im alltäglichen Leben bin ich relativ ordentlich und organisiert. Wenn es ums Malen geht, werde ich sehr chaotisch, trage die Farbe teilweise mit den Fingern auf und bin von oben bis unten beschmiert. Das finde ich sehr meditativ“

„Meistens verwende ich Farben intuitiv, aber ich nutze auch den Farbkreis und schaue, wie gegenüberliegende Töne zusammen funktionieren.“

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„Viele Leute denken, dass rundum tapezierte Räume kleiner wirken. Aber das ist ein Ammenmärchen“, offenbart Susi.

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Wichtig beim Einsatz von vielen Farben und Mustern sind harmonische Übergange. Hier greifen Pouf und Bild den orangen Ton der Tapete im Flur auf.
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In diesem Schlafzimmer wurde die Decke mit einer Schmetterlingsschablone bemalt

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Dem Gästezimmer, das ihr Mann auch als Büro nutzt, verlieh Susi mit gelben Wänden Wärme.

Knallige Farben und prägnante Muster sind das Markenzeichen von Susi Bellamy. Und nicht nur hier beweist die Designerin Mut: Im Dachgeschoss tapezierte Susi die Schlafzimmer sogar rundum. „Die fünfte Wand ist in vielen Häusern ein ungenutzter kreativer Raum.“

Hier erklärt Interiordesigner Ingo Stein, wie die Deckengestaltung am besten gelingt.

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www.susibellamy.com

Fotos: Paul Reaside, Produktion: Claire Bingham, Text: Julia Flöter