Teppiche für Wohnzimmer und Schlafzimmer: aktuelle Designs + Gestaltungstipps

Der Tep­pich ist in der Mit­te der Gestal­tung ange­kom­men. Weil Gemüt­lich­keit in win­di­gen Zei­ten immer wich­ti­ger wird. Unse­re aktu­el­len Lieb­lin­ge für Wohn­zim­mer und Schlaf­zim­mer plus prag­ma­ti­sche Gestal­tungs­tipps vom Experten.

Mitt­ler­wei­le ist es den meis­ten klar gewor­den: Selbst moder­ne Archi­tek­tur braucht tex­ti­le Ele­men­te, um eine gemüt­li­che Stim­mung und vor allem auch gute Akus­tik zu ent­fal­ten. In die­sem Zuge wird auch der Tep­pich immer wich­ti­ger. Rich­tig insze­niert kann er zum zen­tra­len Ele­ment der Gesamt­ge­stal­tung avan­cie­ren. Jakob Jöl­le von The Rug Com­pa­ny gibt Tipps, wie man den Rich­ti­gen für sich findet.

Kann man einen guten Tep­pich online kau­fen? „Ja, aber es ist schwie­rig. Weil der Boden oder die Licht­ver­hält­nis­se immer anders sind. Wie wirkt der Tep­pich bei Tages­licht oder abends mit elek­tri­schem Licht? Auch die hap­ti­sche Qua­li­tät kann man bei Online-Abbil­dun­gen nicht ein­schät­zen, vor allem bei Mate­ria­li­en wie Sei­de. Hand­ge­knüpf­te Tep­pi­che sind gegen den Flor viel dunk­ler. Schaut man mit der Flor­rich­tung, leuch­tet er mehr. Das soll­te bei der Bestel­lung mit­ge­dacht wer­den. Zum Bei­spiel den Flor so aus­rich­ten zu las­sen, dass der Tep­pich beim Ein­tritt in einen Raum leuchtet.“

War­um ist ein Tep­pich im Raum denn über­haupt wich­tig? „Deutsch­land ist ein Land mit vie­len Jah­res­zei­ten. Im Herbst, Win­ter, Früh­ling ist er etwas sehr Gemüt­li­ches. Zudem bin­det er bestimm­te Möbel­grup­pen zusam­men. Ein Sofa, zwei Ses­sel und ein Tisch wir­ken mit einem Tep­pich dar­un­ter gleich har­mo­ni­scher. Und ein schö­nes Par­kett drum her­um kann wie ein Rah­men aus­se­hen. Ein Kunst­werk auf dem Boden.“

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Bil­der­ga­le­rie Wohn­zim­mer-Tep­pi­che mit Flor: Frank Stü­ve für JAB Anstoetz

Wor­an erkennt man eine gute Qua­li­tät? „Bei einem hand­ge­knüpf­ten Stück kann man das Mus­ter genau­so auch auf der Rück­sei­te erken­nen. Getuf­te­te Tep­pi­che haben hier einen har­ten Plas­tik­kamm. Das hat eine gerin­ge­re Pro­duk­ti­ons­zeit, kann aber nie so schön wer­den wie Hand­ar­beit. Das Mus­ter kann schon auch fein gear­bei­tet wir­ken, sieht aber ein wenig stump­fer aus und fast zu per­fekt. Ein hand­ge­knüpf­ter Tep­pich hat klei­ne Fein­hei­ten und Feh­ler, die sei­nen Charme aus­ma­chen. Drei glei­che Designs neben­ein­an­der kön­nen nie exakt gleich aussehen.“

Wür­den Sie emp­feh­len, einen stark gemus­ter­ten Tep­pich dezent zu kom­bi­nie­ren? „Nicht unbe­dingt! Wir sind eine bri­ti­sche Fir­ma, die Eng­län­der trau­en sich sehr viel. Für uns Deut­sche viel­leicht zu viel – bun­te Tape­ten und all das. Aber es kann funk­tio­nie­ren. Dafür am bes­ten Schritt für Schritt vor­ge­hen. Ent­we­der geht man von einem Sofa bzw. dem Stoff aus oder – wie wir es ger­ne haben – dem Tep­pich, und baut von hier aus das Arran­ge­ment auf. Gera­de wenn man ein Lieb­lings­stück hat, lohnt es sich, damit anzu­fan­gen, egal was es ist. Ich glau­be, Kör­per und See­le, der Mensch über­haupt, brau­chen ein­fach ein wenig Zeit, um sich an Far­be und Mus­ter zu gewöhnen.“

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Bil­der­ga­le­rie keli­mar­ti­ge Web­tep­pi­che: Jona­than Adler 
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Exkurs: Fuß­mat­te von Heymat

Gibt es Mate­ria­li­en, die häu­fig unter­schätzt wer­den, wie etwa Sei­de? „Sei­de ist natür­lich ein sehr hoch­wer­ti­ges und teu­res Roh­ma­te­ri­al, aber es macht einen Tep­pich leben­dig. Egal von wel­cher Sei­te man ihn betrach­tet, er sieht immer ein wenig anders aus. Der Sei­den­fa­den ist aber auch das stärks­te Natur­ma­te­ri­al der Welt. Wir ver­wen­den 150 bis 200 Sei­den­fä­den, um die Faden­dich­te zu errei­chen, mit der wir über­haupt knüp­fen kön­nen. Einen Woll­fa­den könn­te man mit den Hän­den zer­rei­ßen, bei Sei­de muss man sich rich­tig anstren­gen, weil sie so robust ist. Natür­lich ist es nicht gut, eine Salat­schüs­sel mit Oli­ven­öl-Dres­sing auf den Ess­zim­mer­tep­pich zu kip­pen. Ölfle­cken sind halt schwie­rig, das kennt man ja von der Klei­dung. Aber die Halt­bar­keit ist Wahn­sinn. Es gibt Per­ser mit Sei­den­an­teil, die vie­le Hun­dert Jah­re alt sind und noch genau­so schön aus­se­hen wie damals.“

Sei­de also lie­ber nicht unter den Ess­tisch? „Ein Tep­pich ist ein Gebrauchs­ge­gen­stand. Ist ja auch Pech mit so einer Salat­schüs­sel. Ich fin­de, man muss sich trau­en, mit einem Tep­pich zu leben. Und wenn doch mal etwas pas­siert, dann kann eine gute Rei­ni­gung das meis­te beheben.“

Was ist bei der Rei­ni­gung die schlau­es­te Vor­ge­hens­wei­se? „Dass man selbst nicht zu viel macht. Vie­le gera­ten in Panik und fan­gen an, den Fleck erst rich­tig ins Mate­ri­al zu rei­ben, oder machen ihn mit che­mi­schen Rei­ni­gungs­mit­teln erst mar­kant. Am bes­ten, lie­ber gleich eine gute Rei­ni­gung oder den Händ­ler kon­tak­tie­ren. Wenn mal Rot­wein oder Kaf­fee auf einen Tep­pich kommt, nicht Weiß­wein oder Salz her­neh­men, son­dern mit einem Küchen­tuch aus­tup­fen und groß­zü­gig mit Was­ser nach­flu­ten, damit der Fleck so weit wie mög­lich ver­dünnt wird. Dann Hand­tü­cher dar­auf und das Was­ser machen lassen.“

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Bil­der­ga­le­rie Schlaf­zim­mer-Tep­pi­che: Object Car­pet

Noch nicht genug? Hier fin­den Sie eine Top-Ten-Lis­te Tep­pich und hier lesen Sie, wie The Rug Com­pa­ny in auf­wen­di­ger Hand­ar­beit fer­ti­gen lässt.

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